Bibliothekswissenschaft

Bücher, die uns bewegten
2021
142 Seiten
Softcover
ISBN 978-3-945610-65-7
14,90

Eine Festschrift zum 80-jährigen Geburtstag von Willi Bredemeier, geschrieben von seinen Freunden. Die Schrift spiegelt den Umkreis seiner vielfältigen beruflichen und persönlichen Erfahrungen. Alle Autoren sind in ihrem Enthusiasmus für das Buch und die Literatur miteinander verbunden. Diese 41 Bücherfreunde schildern die Begegnung und Interaktion mit einem für sie besonders wichtigen Buch oder Autoren. Die Enthusiasten, die sich hier in diesem Buch zusammengefunden haben, lassen sich nach verschiedenen Gruppen unterteilen. Darunter befinden sich 30 weibliche und 11 männliche Autoren. Die Auswahl widerspricht jeder Standardisierung. Pippi Langstrumpf steht neben Harry Potter und Goethes Faust neben Hartmann von Aue und Will Durants „The Story of Civilization“. Da die Leseerlebnisse sich manchmal vor 30 Jahren oder mehr ereignet haben, sind sie ein sicheres Zeichen, wie wichtig und bestimmend für unser Leben Geschichten sind. Sie vermitteln Kenntnisse und erwecken Erinnerungen und geben immer eine gute Lesezeit und dem Leser ein großes Vergnügen.

Bibliotheken: Wegweiser in die Zukunft - Projekte und Beispiele
2021
ca. 400 Seiten
Softcover
ISBN 978-3-945610-62-6
32,00

26 Autoren, national und international bekannt und anerkannt, alle dem Bibliothekswesen und -wissen verbunden, berichten aus ihrer Praxis mit den verschiedenen Facetten der heutigen Bibliotheken – seien es Universitäts-, Fach- oder Stadtteilbibliotheken.

Faszinierend zu sehen ist, dass dieses breite Spektrum der AnbieterInnen in manchen Punkten dieselben Herausforderungen erlebt, andererseits aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingen, nicht zuletzt der finanziellen Möglichkeiten, und sehr verschiedener Zielgruppen eine Vielfalt von Lösungsansätzen präsentiert.

Teils hochwissenschaftlich, teils pragmatisch bürgernah findet sich eine Aufsatzsammlung gespeist aus Best-Practice-Berichten, direkt zum Nachmachen oder Anregenlassen für die eigene Situation.

Angesprochen fühlen sollten sich alle, die in oder mit Bibliotheken gleich welcher Couleur arbeiten oder auch als Nutzer einen Blick hinter die Kulissen werfen wollen.

Das vorliegende Buch verzichtet zugunsten der besseren Lesbarkeit auf alle Quellennachweise – Im 2. Quartal wird hier auch die Open Access Version erscheinen, die dann allen Interessierten den Zugang zu den genutzten Quellen und Literaturhinweisen ermöglicht.

Damit liegt ein Zusammenspiel von Print- und Online-Version vor, das die Vorteile beider Welten vereint und zeigt, dass ein Miteinander und Ergänzen produktiver ist als ein Entweder-Oder – ein Gedanke, der sich durch das gesamte Buch zieht.

https://www.facebook.com/Freundeskreis.

Stadtbibliothek.Hattingen/

Annas Blut

Mit dem Wind segeln kann doch jeder
Annette Mertens
Annas Blut
2021
402 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-63-3
18.50

Was ist, wenn nur Alleinsein Dein Leben rettet?

Sie ist erfolgreich, beliebt und Mittelpunkt jeder Party.  Anna, die lebenslustige Wettermoderatorin, träumt von einer Segelreise mit ihrem Mann über den Atlantik. Als sie die Diagnose Blutkrebs erhält, muss sie für mehrere Wochen ins Krankenhaus. Anna überlebt die lebensnotwendige Transplantation ihres Knochenmarks, doch danach ist alles anders.

Ihr zerstörtes Immunsystem macht ihr einen Strich durch ihr Leben. Anna muss sich von anderen Menschen isolieren. Sie kann nicht mehr arbeiten und die geplante Segelreise findet nicht statt. Doch Anna gibt nicht auf und sucht ihren Weg in ihr neues Leben.

Emotional und Mut machend – eine Geschichte, die den Leser bewegt und zum Nachdenken anregt.

Annette Mertens, *1961 in Leverkusen ist promovierte Biologin. Sie hat über zwanzig Jahre Erfahrung im Schreiben von wissenschaftlichen Texten im medizinischen Bereich. Aktuell arbeitet sie als Fachredakteurin, Autorin und Biologie-Dozentin.

2011 erkrankte sie ernsthaft und durchlebte eine Knochenmarktransplantation. Diese brachte sie darauf, ihren seit Jahren gehegten Wunsch, über etwas anderes als Wissenschaft zu schreiben, aufzugreifen. 2017/18 absolvierte sie die Autorenausbildung am Schreibhain in Berlin.

Auf ihrem Blog https://knochenmarktransplantation-light.de/ hilft sie Patienten vor und nach einer Transplantation mit Informationen, Gedanken und Tipps. Annette Mertens lebt mit ihrer Familie in Aachen

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Ich bin ein Bibliothekar

Die Erzählung eines Bibliothekars. Aus dem Schwedischen von Petra Thore
Christer Hermansson
Ich bin ein Bibliothekar
2021
113 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-60-2
15.00

Der Bibliothekar Oliver Johansson, literarisch geprägt und mit einem sanften Gemüt und großer Lesefreudigkeit scheinbar charakteristisch für diesen Beruf bestens geeignet, geht unverdrossen und mit großer Liebe seiner Arbeit in einer Stadtbücherei nach. Seine heile Bibliothekswelt wird durch den Einzug einer neuen Direktorin und Managerin gründlich in eine neue Ordnung gebracht, von ihm positiv begrüßt. Er muss seine alten Tätigkeiten aufgeben, um eine Vorlesungsreihe ins Leben zu rufen und zu organisieren. Den Kollegen, die darin einen Schachzug der Administration sehen, ihn auf ein Abstellgeleis zu schieben, erstellt er mit seiner unverändert positiven Haltung eine Abfuhr. Das zahlt sich aus. Als die neue Chefin einen hohen Posten in der Informationswelt der EU antritt, macht sie ihn zu ihrem Nachfolger. – Eine stille, aber beißende Satire, in der der Schein dem Sein gewichen ist und modernistisches Getue wichtiger ist als jede echte  Lebenshilfe durch Bibliotheken.

#Fake News

Propaganda und Desinformation im Digitalen Raum
#Fake News
2020
132 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-55-8
20.00

Fake News, Desinformation und Propaganda sind keine neuen Phänomene. Sie haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen Die Verschiebung von Kommunikation und Diskussion vom Analogen ins Digitale haben große Veränderungen mit sich gebracht. Gatekeeper wie Journalisten werden umgangen. Durch Vernetzung und Digitalisierung nehmen Falschinformationen zu und gewinnen dadurch einen zunehmend größeren Stellenwert bei der politischen Meinungsbildung. Auch in Deutschland haben wir mit Fake News zu kämpfen, einige Beispiele finden Sie in diesem Buch, auch die Antwort der Experten, wie Fakten geprüft und Falschinformationen verhindert werden können. Auch die Idee Faktenprüfung nicht nur den Menschen zu überlassen, sondern auch Maschinen einzusetzen. Das Buch will das Bewusstsein für die Existenz und Erkennung von Fake News und Propaganda wecken.

Der andere Heimatroman
2020
474 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-52-7
25.00

„Ich hätte für weiteren Lesestoff gemordet.“

Der Werdegang, das Überleben und die trügerischen Erfolge eines Bildungsenthusiasten vor dem Hintergrund einer Familiensaga und der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Das Thema der diversen Stationen auf den Wanderungen des Protagonisten ist die „Bildungsrevolution“, für die er  fast immer zu früh kommt, bis er am Ende doch Anschluss an sie findet. So muss er als Kind in der extrem bildungsfeindlichen jungen Republik mit Lug und Trug um jede Druckzeile kämpfen – sei es ein Buch, seien es „Schundhefte“ wie die Lore-Romane.  Er wird Zeuge des Untergangs der ländlichen Kultur und des Niedergangs der proletarischen Arbeiterkultur rund um Kohle, Stahl und Brauereien. Das Ruhrgebiet stellt sich ihm als kafkaeske Dienstleistungsgesellschaft in den Formen der Versicherungswirtschaft und Stadtverwaltungen dar. Weiterbildung und nie gestillter Lesehunger führen ihn an die Ruhr-Universität Bochum, wo er zwei Leben führt, in der Studentenrevolte von 1968 und als Mainstream-Forscher.

Er wird Zeuge, wie Wirtschaft und Politik die Erneuerung des Ruhrgebiets hintertreiben. Der Protagonist zieht eine Bilanz zu sieben Jahrzehnten Ruhrgebiet. Er fragt sich, wo der letzte Arbeiter geblieben ist und was die sich mittlerweile im Leerlauf befindende Bildungsrevolution gebracht hat. Die Welt ist nicht unbedingt besser geworden.

Willi und Gerda Bredemeier legen Roman vor

Ein anderer Blick auf das Ruhrgebiet

bredemeier

  • Gerda und Willi Bredemeier während der Feierlichkeiten zum Kulturhauptstadtjahr 2010 beim Still-Leben Ruhrschnellweg an der A40.
  • Foto: Autoren
  • hochgeladen von Nathalie Memmer

Willi und Gerda Bredemeier, in der unmittelbaren Umgebung von Bochum-Langendreer bzw. auf damaligem Wattenscheider Stadtgebiet geboren, haben kürzlich ihr gemeinsames Buch „Der andere Heimatroman“ vorgelegt, der stark autobiographische Züge trägt – und die Ruhrgebietsgeschichte von den 1940er Jahren bis in die Gegenwart Revue passieren lässt.

Der Vater des Protagonisten – im Roman Dieter Bredemeier genannt – ist Bergmann und auch auf der Zeche Siebenplaneten in Langendreer tätig. Der Ich-Erzähler, 1940 geboren, verbringt große Teile seines Lebens im Ruhrgebiet. Er wächst in einer Welt auf, in der die Menschen behaupten, das Adolf-Hitler-Bild sei „von selbst“ ins Haus gekommen. Was ihn rettet, ist die Kraft der Literatur.
Er habe sich die Lebenserfahrung angelesen, schreibt der Ich-Erzähler. Zunächst prägen das Lesebuch aus dem Schulunterricht, die Tageszeitung und die allgegenwärtigen Lore-Romane den jungen Leser. Glücklicherweise wird das Angebot an erschwinglichen Büchern in den 1950er Jahren größer: Nach dem Rowohlt- veröffentlicht auch der Fischer -Verlag Taschenbücher. Vor allem die klassische und moderne Kriminalliteratur haben es ihm angetan, aber er setzt sich auch mit Kafka und Hemingway auseinander. Später liest er jahrelang nur Wissenschaftliches, bis mit J.R.R. Tolkien seine Liebe zur fiktionalen Literatur neu erwacht.

Zu früh für die Bildungsrevolution

Eigentlich ist der Ich-Erzähler zu früh geboren, um von der Bildungsrevolution profitieren zu können, zumal er die Ruhrgebietsbevölkerung als bildungsfeindlich erlebt und der „Kohlenpott“ nicht über eine Universität verfügte, bis 1965 die Ruhr-Universität Bochum den Lehrbetrieb aufnahm. Das Abendgymnasium Dortmund ermöglicht es dem Protagonisten aber schließlich doch noch, das Abitur nachzuholen. Hier kommt er auch erstmals mit der Studentenbewegung in Kontakt. Aus seiner Perspektive kann der Leser auch die Frühphase der Ruhr-Universität erleben.
Er lernt die angehende Lehrerin G. kennen, die Willi Bredemeiers Ehefrau und Co-Autorin Gerda Bredemeier nachgebildet ist. Gerda Bredemeier, geborene Baer, ist in Wattenscheid-Eppendorf geboren und aufgewachsen und war 30 Jahre lang Realschullehrerin für Mathematik und evangelische Religion an der Hans-Böckler-Realschule in Bochum-Wiemelhausen. Die Bildungsrevolution hat es ihr, im Umfeld der Zeche Engelsburg aufgewachsen, erst ermöglicht, das Gymnasium zu besuchen und anschließend zu studieren.

Anti-Heimatroman

„Der andere Heimatroman“ hat einen Vorläufer: Im Jahre 2014 erschien „Der Anti-Heimatroman“. Damals hielt sich Gerda Bredemeier noch aus dem Schreibprozess heraus. In dem neuen Buch haben Willi und Gerda Bredemeier die Geschichte nun gemeinsam fortgeschrieben und bis in die Gegenwart verlängert. Der Untertitel lautet folgerichtig „Bildungsreisen durch ein unbekanntes Land 1943-2018“.
Dieser Untertitel wirft erst einmal Fragen auf: Inwiefern ist das Ruhrgebiet ein „unbekanntes Land“? Wohl insofern, dass die Bredemeiers das Bild des Ruhrgebiets als Region, die den Strukturwandel im Großen und Ganzen gut bewältigt hat, in Frage stellen. Gerade Bochum tut sich ja auf seinen Status als Wissenschaftsstadt viel zugute. Das Fazit über die Bildungsrevolution im Roman dagegen fällt eher nüchtern aus. So ist „Der andere Heimatroman“ auch eine kritische Auseinandersetzung mit einem Heimatbegriff, der Probleme in der Region unterschlägt.
Willi und Gerda Bredemeier haben übrigens bereits ein weiteres Buch in Planung, das anhand der eigenen Familiengeschichte eine „Migrationsgeschichte ins Ruhrgebiet“ erzählen soll. Vielleicht erreichen sie dabei das, was dem „anderen Heimatroman“ fehlt: eine Reflexion des Erinnerungsprozesses und des Erzählens von Vergangenheit. So wirkt der Roman streckenweise mehr wie ein überlanger Essay als wie ein Zeitgeschichtsroman.

Das Buch
Willi und Gerda Bredemeier: Der andere Heimatroman. Bildungsreisen durch ein unbekanntes Land 1943-2018. Simon Verlag für Bibliothekswissen (ISBN 978-3-945610-52-7).

Brezel, Feder, Pause, Klage, Firlefanz

In den literarischen Fußstapfen Walter Benjamins
Roland Jerzewski
Brezel, Feder, Pause, Klage, Firlefanz
2020
183 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-53-4
15.00

Wie bringt man junge Menschen dazu, sich von Walter Benjamin zu eigenen Schreibversuchen inspirieren zu lassen? Der Literaturwissenschaftler und Deutschlehrer Roland Jerzewski hat 12- bis 18jährige Schülerinnen und Schüler mit der Berliner Kindheit um 1900 und den Denkbildern bekannt gemacht. Das Lese- und Schreibprojekt erstreckte sich schließlich über 25 Jahre. Für den Pädagogen, der anregte, begleitete, sammelte und auswertete hat sich die Mühe gelohnt. Er präsentiert in diesem Band über 100 Texte in den Fußstapfen Walter Benjamins, welche die mittlerweile breite Forme der Forschung für Eingeweihte durch die etwas andere Form der Annäherung an eine der großen Denkergestalten des 20. Jahrhunderts ergänzen. Ganz nebenbei ist dabei auch noch ein Kompendium jugendlicher Selbstreflexion  und interkultureller Essgewohnheiten entstanden.

Umerziehung durch rote Bibliotheken

SED-Bibliothekspolitik 1945/46 bis zunm Ende der 1960er Jahre
Hans- Peter Müller
Umerziehung durch rote Bibliotheken
2019
382 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-51-0
22.00

Die SED Bibliothhekspolitik der ersten Nachkriegsjahrzehnte richtete sich nach dem Vorbild einer  parteilichen Gesinnungs-Vollksbibliothek nach sowjetkommunistischen Modell, aber in deutscher Tradition. Sie zielte auf nich weniger als die geistige Umerziehung der DDR Deutschen durch rote Bibliotheken. 

Die Intention einer lenkenden Bibliothek durch zentral vorgegebene Leitlinien für Aufbau und Vermittlung des Bestandes führte letztendlich zur Fesselung jeder Kreativität bei der bibliothekarischen Arbeit. Methodische Zentren wachten  über die Leitlinien bis hinunter zur kleinsten Volksbibliothek. Der Autor legt akribisch dar, wie man im Parteiauftrag versuchte, menschliche Kreativität und Geist in Ketten zu legen. 

Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses
2019
234 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-50-3
20.00

Die digitale Information – kaum ein Beitrag oder Kommentar ohne diesen Begriff – und oft ohne Sachkenntnis. Der Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam hat sich dem Thema mit folgenden Fragen genähert: Was bedeutet die Digitale Transformation für die Informationswissenschaft?
Wie sieht die Fachcommunity dies? Wie werden diese Überlegungen von der Öffentlichkeit wahrgenommen?
Die Beiträge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vermitteln einen hervorragenden Einstieg in die Diskussion um die vorherrschenden Themen: Der elektronische Lesesaal, Soziale Netzwerke und Ethik, Digital Literacy, Agiles Lernen, Fake News bei Social Media, Digitale Transformation in der Verwaltung – Forderungen an Smart Cities, Open Innovation, Umbrüche in der Verwaltung und der Darstellung der Objekte in Museen u.a. Der Sammelband vermittelt einen Einblick in die Forderungen an die Zukunft und ihre Herausforderungen – nicht nur für Lehrende und Studierende, sondern für alle.

Zukunft der Informationswissenschaft. Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft?

Grundlagen und Perspektiven- Angebote in der Lehre- An den Fronten der Informationswissenschaft.
Willi Bredemeier
Zukunft der Informationswissenschaft. Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft?
2019
443 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-46-6
20.00

Befindet sich die Informationswissenschaft in der Krise? Die Krise der Informationswissenschaft ist durch institutionelle Schließungen, mangelhaften Zusammenhalt und geringe Sichtbarkeit in Politik und Öffentlichkeit gekennzeichnet. Führende Informationswissenschaftler diskutieren, ob die Informationswissenschaft ein neues Paradigma braucht. Sie stellen sich der Frage, wie sie ihre Lehre an neue Herausforderungen in der Praxis, beispielsweise die neue Flut an Fehl- und Falschinformationen, anpassen und die Studierenden im Verbund beispielsweise mit wissenschaftlichen Bibliotheken noch besser an anspruchsvolle Recherchen und Quellenkritik heranführen sollten. Die Forschung der Informationswissenschaft umfasst ein heterogenes Demenspektrum und kommt zu wichtigen Ergebnissen, z.B. in den Bereichen Smart Cities und Smart Countries, Semantic Web, Information Behavior, Big Data und Forschungsinfrastruktur. Diese und andere Gebiete werden unsere Zukunft bis weit in unseren Alltag hinein bestimmen. Wie wir diese Herausforderungen bewältigen, dafür eröffnet die Informationswissenschaft neue und notwendige Perspektiven.

Fehl-, Falsch- und Desinformation aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften

Lassen sich Manipulationen im Internet durch informationswissenschaftliche Methoden identifizieren?
Stefan Hauff-Hartig
Fehl-, Falsch- und Desinformation aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften
2018
79 Seiten
ISBN 938-3-945610-48-0
15, 00

Fehl- Falsch- und Desinformation aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften. Lassen sich Manipulationen durch informationswissenschaftliche Methoden identifizieren? Mit Grafiken und Abbildungen und einem Vorwort von Sfephan Büttner.

Fehl und Falschinformationen lassen sich nur im Kontext erkennen. Desto wichtiger ist es, Informationskompetenz zum Umgang mit Informationen aus dem Netz Fähigkeiten zu vermitteln, Falsch und Fehlinformationen zu erkennen.

Der Garten der zerbrochenen Statuen

Auf den Spuren der Zensur in Russland
Marianna Tax Choldin
Der Garten der zerbrochenen Statuen
2018
250 Seiten
Softcover
ISBN -13 978-3-945610-40-4
22,00

Als Kind jüdischer Einwanderer in die USA wuchs die Autorin in einer intellektuellen Familie in mehreren Sprachen und einer Vielzahl internationaler Kontakte auf. Sie begann im College mit dem Studium der russischen Sprache und Kultur. Diese Erfahrung bestimmte ihren Berufswunsch. Als Wissenschaftlerin und Bibliothekarin an der renommierten University of Illinois. Urbana-Champaign forschte sie zunächst über zaristische Zensur in Russland, später stellte sie die Frage nach der Zensur in Sowjetrussland. Die Ausstellung und Konferenz zur Zensur in Russland, die sie und die Direktorin der Bibliothek für Ausländische Literatur in Moskau, Ekatarina Genieva, gemeinsam kuratiert und organisiert haben, und die an vielen Orten in Russland wiederholt wurden, waren Höhepunkte der bibliothekarischen internationalen Zusammenarbeit.

EnglischInternational

Für Informationsfachleute – Bibliothekare, Archivare, Buchhändler und andere. In Englisch mit einer deutschen Einführung.
Ivan Kanič Franziska Ahlfänger Elisabeth Simon
EnglischInternational
" 2. Auflage"
2017
170 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-39-8
20,00

Englisch ist unter allen Berufen, die Informationen vermitteln und Wissen fördern, die vorherrschende Fachsprache. Dabei spielt es weniger eine Rolle, woher der Fachmann kommt, als vielmehr auf welchem Gebiet er tätig ist. Auch in den zunehmend englischsprachigen communities, hat man sich oft auf die gemeinsame Sprache Englisch geeinigt. Bei gemeinsamen Projekten und bei gemeinsamer Arbeit ist es wichtig, dass man sich versteht und kulturelle und sprachliche Unterschiede das Verständnis füreinander bei der gemeinsamen Arbeit nicht erschweren.

Oasen der Großstadt

Unteritel Schreibwettbwerb zur Internatiionalen Gartenausstellung 2017 in Berllin. Ausgewählte Beitrage
Renate Zimmermann
Oasen der Großstadt
2017
252 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-38-1
15.00

Plattenbauten und Grünes Schreiben: Ob im grünen Innenhof der Plattenbauten, in den Gärten der Welt oder zu Hause auf dem Balkon, in jeder Ecke laden Oasen zum Entspannen in der Großstadt ein. Aber Umweltbewusstsein und Handeln müssen gemeinsam diese Ziele umsetzen und wie könnte es besser gehen als mit grünen Texten. Die Beiträge dieses Wettbewerbes sind nicht nur Beispiele grünen Schreibens, sondern blühender Phantasie, und diese braucht nicht nur die IGA, sondern unser Alltagleben, auch in Marzahn-Hellersdorf.

Das Deutsche Bibliotheksinstitut

im Spannungsfeld zwischen Auftrag und politischen Interessen
Helga Schwarz
Das Deutsche Bibliotheksinstitut
Simon für Bibliothekswissen
2017
521 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-37-4
23.80
Erwarten Sie mehr
Hrsg. von Hans- Christoph Hobohm
Aus dem Amerikanischen von Erda Lapp und Willi Bredemeier.
2017
ca. 100 Seiten
ISBN 978-3-9456-10-32-9
19.50

Hrsg. von Hans- Christoph Hobohm
Aus dem Amerikanischen von Erda Lapp und Willi Bredemeier.


Wie sich Bibliotheken unersetzlich machen! Die Bibliothek als Diener ihrer
Community –wie sich Bibliotheken im engen Zusammenwirken mit
ihren Nutzern und Stakeholdern aus eigener Kraft aus der Krise ziehen.
Mit vielen Beispielen aus den USA . Eine Kampfschrift für die Belange
der Bibliotheken. Plichtlektüre!

Kompetenzen von Information Professionals in Unternehmen
2017
168 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-34-3
15

Information Professionals sind in Unternehmen für den professionellen und strategischen Umgang mit Informationen verantwortlich. Da es keine allgemeingültige Definition für diese Berufsgruppe gibt, also wird hier eine Begriffsbestimmung unternommen. Mit Hilfe dreier Methoden, einer Auswertung von relevanter Fachliteratur, die Untersuchung von einschlägigen Stellenausschreibungen und das Führen von Experteninterviews, wird ein Kompetenzprofil für Information Professionals erstellt. 16 Kompetenzen in den Bereichen Fach-, Methoden-, Sozial- und persönliche Kompetenzen geben eine Orientierung über vorhandene Fähigkeiten dieser Berufsgruppe.

Bücher leihen, Ideen teilen, Bibliotheken in der Sharing Economy
124 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-33-6
17,50

Warum kaufen, wenn man auch leihen kann, was man nur selten benutzt. Diese Idee steckt hinter den  vielen Sharing Angeboten. Zumindest in  vielen größeren Städten gibt es Unternehmen oder nachbarschaftliche Projekte, die eine Nutzung auf Zeit anbieten. Dies ist das alte Geschäftsmodell der Bibliotheken, die seither ihre Bestände für die Nutzung vieler Menschen bereitstellen. Was verändert sich nun für Bibliotheken, wenn es so viele Nachahmer gibt? Können diese die Aufgaben der Bibliotheken besser erfüllen, oder können die Bibliotheken von diesem Trend des Tauschens und Teilens profitieren? Das Buch geht den   Auswirkungen des neuen Trends der Sharing Economy auf Bibliotheken nach.

Schule der Indexierung

Eine praktische Unterweisung
Eduard Sukiazjan
Schule der Indexierung
2015
142 Seiten
e-Book only
ISBN 978-3-945610-30-5
14,90

In diesem anschaulichen Lehrmittel werden die prinzipiellen Grundlagen und Regeln der Indexierung von Dokumenten dargelegt als eines von den kompliziertesten Prozessen der bibliothekarischen Bearbeitung.

Aufeinanderfolgend werden alle Arten der Indexierung (Systematisierung, Schlagwortbildung, koordinierende Indexierung) betrachtet. Es wird eine Charakteristik der entsprechenden Dokumentations-Sprachen gegeben und auf die Besonderheiten der arbeitskräftemäßigen, methodischen und Dokumenten bezogenen Sicherstellung eingegangen.

Bibliotheken - "Houses of Stories"
2016
100 Seiten
softcover
ISBN 978-3-945610-27-5
16,00

Die Bibliothekswelt erlebt seit Beginn des 21. Jahrhunderts einen regelrechten Boom neuer und architektonisch innovativer Bibliotheksbauten. Dabei wird vor allem betont, dass die Bibliothek als öffentlicher Raum wahrgenommen wird, der eine hohe Aufenthaltsqualität verspricht. Der Besucher wird eingeladen, sich wie in einem Wohnzimmer der Stadt zu fühlen. Dieser Gedanke kann jedoch langfristig nicht nur über architektonische Neuerungen realisiert werden, sondern muss durch partizipative und zwischenmenschliche Angebote weitergeführt werden, um die Besucher langfristig zu begeistern und an die Bibliothek zu binden. Und genau hierfür bietet das Konzept der Bibliothek als „House of Stories“ die Grundlage. 

Die Geschichten der Nutzer, der Mitarbeiter, der Bibliothek selber und die Geschichten in den Beständen bilden die Basis für ein „House of Stories“. Mit einer ganzheitlichen Ausrichtung auf Geschichten kann eine Bibliothek ihre Besucher erreichen, zusammenbringen und nachhaltige Angebote schaffen.

Aktuelles

Besitzen genügt nicht. Kulturelle Identität und kulturelles Erbe

Zur Diskussion: Beutekunst 

Nicht nur in den Zeiten des Kolonialismus wuchs mit der Eroberung der Welt durch die kolonialen Mächte der Raub kultureller Güter: In den Beständen der Vatikan Bibliothek befindet sich da schriftliche Erbe verschiedener Regionen und Nationalstaaten, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sind. Wie sehr um diese kulturellen Güter gerungen wurde, zeigt auch die end- und folgenlose Diskussion um das schriftliche Erbe Deutschlands und um Rückführung oder Verbleib in Russland. Das Thema wird aber auch durch die digitale Transformation des kulturellen Erbes aufgegriffen. Stephan Büttner: Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses. IDBN 978-3-945610-50-3

Mit Kulturgütern der Länder, die im Zuge der Kolonialisierung in Besitz genommen wurden, wurde nach der Eroberung durch die westlichen Mächte ein schwunghafter Handel betrieben. Das hatte auch mit der Entwicklung der Museen zu tun, die im 19 Jahrhundert, sehr oft entstanden als Raritätenkabinett der Landesherrscher zum Aushängeschild der Herrscher wurden. Sie wurden Teil der jeweiligen Repräsentanz. Sie waren auch das Motiv für Ausgrabungen und Forschungen. Dies wird zum Teil sehr deutlich an den Projekten des jungen Kaiserreichs Deutschland. Gleichzeitig waren Wissenschaftler und Forscher den Ergebnissen ihrer Forschungen tief verbunden, wenn man sich in die Geschichten dieser Forschungen vertieft braucht man nur an die Geschichte von H. Schliemann zu denken. Ohne ein tiefes Interesse an der jeweiligen Kultur waren diese Forschungen nicht denkbar.

Die Forschungen der französischen Professorin für Kunst und ihre Ausführungen zur kolonialen Beutekunst und europäischen Museen, in erster Linie französischen und deutschen, haben nun die Diskussion um Museen und ihre Bestände aus den kolonialen Ländern eine neue Dimension gegeben. Wie sehr damit auch das ganze Umfeld in Mitleidenschaft gezogen wird, zeigen die Diskussionen um einzelne Vertreter dieser Epoche und ihre nationale Verwurzelung. Das Radio und hier der Deutschland Funk widmete dem Themenkomplex und allen damit verbundenen Fragen eine lange Sendung am Sonntag den 29.8., in der auch die komplexen Fragen, die mit der geforderten Rückgabe verbunden sind und die nicht nur rechtliche Fragen berühren: so hat z.B. Deutschland einen großen Teil der Kunstgegenstände von Großbritannien gekauft, die als Kolonialmacht ungleich aktiver war als Deutschland.

Diese Diskussion, wie viele der in den Medien geäußerten Meinungen warf die Frage auf, nach Sinn oder besser Ziel dieser Diskussion. Denn sie unterscheidet sich in der Zielrichtung nicht grundsätzlich von dem, den die Beutezüge bewegt haben. Es geht um Besitz. Dies trifft auch auf die Jäger der Räuber zu: Die Beninbüsten, diese wunderschönen geheimnisvollen Abbildungen eines vergangenen Königreiches konnten jederzeit im Ethnologischen Museum in Dahlem besichtigt werden. Es ist uns von keiner Zeit berichtet wurden, an denen diese Ausstellung wegen Überfüllung geschlossen wurde.  Geht es also wieder nur um den Besitz? 

Museen und ihre Ausstellungen sollen Kommunikationsorte sein. Nicht der Besitz von Kunstwerken oder Materialien die uns die Kultur des fremden Volkes vermitteln, berechtigen die Ausgaben dafür, sondern die Kommunikation mit dem Fremden, die damit beginnen soll. Es geht um das Leben mit und durch den Gegenstand. Moderne Kunst bringt das oft ungeschönt zum Ausdruck, wenn der Besucher diese Kommunikation beginnt.

Man hat im Humboldt Forum das berühmte Phonogramm- Archiv geteilt in Gegenstände und die Dokumentation seiner Musik. Damit ist eingetreten, was schon lange Zeit befürchtet wurde und was in Reinform den europäischen und eingeengten Blick rechtfertigt, den ein so schönes Museum wie das Humboldt Forum schon jetzt alt aussehen lässt. Die Gründer des Phonogramm-Archivs, die vor   den Nazis in die USA flohen, ging es um die Welt und Weltläufigkeit im besten Sinn, um Verständnis einer fremden Kultur, um die Kommunikation der Kulturen untereinander. Die Musikethnologen haben grundsätzlich und sehr korrekt die außereuropäischen Musikinstrumente beschrieben. Diese Kenntnis ist wichtig aber sie vermittelt nicht die Berührung durch einen Sänger und Lautenspieler, wie Dahab Khalil aus Nubien: Artur Simon: Kisir und tanbura – Dahab Khalil ein nubischer Sänger von Sai, im Gespräch mit Artur Simon aus Berlin ISBN 978-3-940862-34-1. Der Anblick seiner Laute und besonders die Informationen über ihre Verbreitung vermittelt erste Informationen über diese Musik, aber ihre Stärke und Kraft vermittelt sie über den Gesang, in den Liedern spricht eine Kultur zu uns.

  Es werden keine Gegenstände und Kunst mehr geraubt, aber wer weiß heute schon, dass mit der Zerstörung von Aleppo ein lebendige Musikzentrum zerstört wurde, R. Royl Die Realisierung des Ataba in Syrien ISBN 978-3-945610-58-9. Dies geschah heute und ist dem Raub eines Gegenstandes nicht vergleichbar. Es wurden nicht Gegenstände weggenommen, die eigentlich nur der Beginn einer Kommunikation sind, sondern eine ganze Kultur, sowohl heute als auch in der Geschichte wurde hier in Aleppo zerstört und sie kann nicht wieder aufgebaut werden und kann auch nicht zu uns mehr sprechen.

Wie die Veröffentlichung: Ethnomusikologie Aspekte, Methoden und Ziele (A-Simon, ISBN 978-3-940862-07-5) zeigt, fehlte es der Musikethnologie lange Zeit an grundlegende Methode dieser Wissenschaft, auch eine Folge der allgemeinen Musikwissenschaft in Deutschland und ihrer Betonung eines klassischen Corpus und Ansehen. Es ist zwar Jahre her, dass der Leiter des Phonogramm Archivs den Auftrag erhielt, über einer Neugestaltung des Musikinstrumenten Museums nachzudenken, aber sein Vorschlag, Instrumente des Museums, der Abteilung für Musikethnologie mit der Sammlung des Musikinstrumentenmuseums zusammenzuführen, waren der Anlass für ein Schreiben, dessen Erschütterung ihm psychisch fast das Leben gekostet hätte. Dabei hätte man dadurch eine Weltläufigkeit geschaffen und demonstriert, die wir heute im Humboldt Forum so schmerzlich vermissen. Die Gelegenheit hier zum Beispiele die Verbreitung der Laute oder Laier zu zeigen, hat man nicht einmal in Betracht gezogen. Man zog sich lieber auf die historischen Bezüge zurück.

Daher ist es eigentlich folgerichtig, dass die Zentral und Landesbibliothek keinen Platz mehr im, Humboldt Forum fand. Sie ist für keine Klasse gedacht und dient der Aufklärung und dem Wissen der Allgemeinheit. Das war folgerichtig. Die Allgemeinheit hatte im Humboldt Forum keinen Platz. Dabei vergaß man, dass auch im Barock die ersten Fürsten dieser Allgemeinheit Raum gaben und die ersten Lernräume in der Gestalt von Bibliotheken schufen, in der Überzeugung, dass reine Repräsentation ohne Wurzeln bleibt. Dies scheint sich bis Berlin nicht herumgesprochen zu haben. Berlins Schielen nach dem Tourismus trägt hier faule Früchte. Und dies zur Zeit der grassierenden Fake News. Nicht nur schade, sondern gefährlich.

Warum gilt Aufklärung als fundamentalistisch? und weiter: Aufklärung und Freiheit sind Ideen, die an ihren Ansprüchen scheitern.

Hanna Arendt, der glühenden Verteidigerin der Freiheit Die Freiheit, frei zu sein, München 2018, hätten diese Aussprüche nicht gefallen, wohl aber eventuell den Wahlbeteiligten im Osten der deutschen Republik, die heute mit den immer deutlicher werdenden Brüchen zwischen Ost- und Westeuropa konfrontiert werden.


Der Tagesspiegel vom 30. Mai: „Das Gewand der Königin. Europa Regina zeichnet ab dem 16. Jahrhundert eine Westorientierung der Mächte“, die auch nach dem Abbau der festen Grenzen nach 1989 wieder zum Vorschein gekommen sind. Der Optimismus, mit dem die EU-Erweiterung begann, ist einer Grundskepsis gewichen, die nicht allein dem wirtschaftlichen und sozialen Bruch galt, der dieser Erweiterung folgte, sondern auch keine europäische Einigung unmittelbar einleitete. Liberalismus und Demokratie haben kein unmittelbares Erbe in den Staaten des ehemaligen Ostblocks und haben dem Demokratieüberdruss, dem Nationalismus und dem Aufkommen neuer Potentaten von Urban bis zur Pispartei in Polen den Boden bereitet. Aber nicht nur im Parteiengeflecht des ehemaligen Ostblocks schälen sich neue Machtpositionen heraus. Auch die Kräfteverhältnisse innerhalb der EU können sich verändern und damit Erneuerungen in Administration und Gesellschaft notwendig machen. Peripherie und Zentrum stehen sich gegenüber und bieten gleichzeitig die Identität allen den Staaten an, die jetzt, und eventuell vorübergehend, oligarchische Strukturen bevorzugen und damit alle Staaten entlasten, die sich mit Freiheit und Verantwortung überfordert fühlen.


Dabei war der Kampf dieser Staaten um Freiheit und europäische Zugehörigkeit nicht trivial. Der Garten der zerbrochenen Statuen (ISBN 978-3-945610-40-4) zeichnet den erschütternden Weg, den die Zensur durch die Bildung des russischen Staates genommen hat. Wir gehen davon aus, dass dieses Buch in der Gegenwart eine Fortsetzung schreibt. Wege der Hoffnung (ISBN 978-3-945610 20-6) ist nicht nur die Lebensgeschichte eines litauischen Intellektuellen, der sein Glück in den USA gemacht hatte, es ist gleichzeitig eine Hommage an den unbekannten deutschen Soldaten, der einst die Familie aus dem brennenden Dresden rettete. Immer wieder scheint der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung diese Erzählungen zu leiten, aber gleichzeitig sind die Kräfte für den Aufbau einer Demokratie bzw. Liberalität nicht sichtbar. Der Wunsch nach wirtschaftlicher Erholung und Beteiligung ist mit Händen zu greifen, es fehlt aber der Wille zur Teilhabe und Gestaltung jenseits der Schilderung der persönlichen Notlagen und Ängste.

Aufklärung war die Grundlage des preußischen Staates, als der versuchte, sich aus dem Geflecht eines Obrigkeitsstaates zu befreien. Dies ist ihm sehr spät, wenn überhaupt, gelungen. Deshalb sollte die Bundesrepublik schon aus dieser Tradition heraus, in ihrem Erbteil Verständnis für die autoritären Strukturen der europäischen Staaten an der Peripherie aufbringen, aber auch gleichzeitig alle Möglichkeiten mit entwickeln, die eine solche politische Zukunft verhindern.   

Mythos Lesen - Mythos Buch

Mythos Lesen - Mythos Buch

Machen Sie mit!

www.nationaler-lesepakt.de, eine Zusammenarbeit der „Stiftung Lesen“ und dem „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“, ist der Wochenzeitschrift Die ZEIT eine ganze Seite wert.

„Lesen- eine wahre Superkraft. Lesen eröffnet uns die Welt. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark. Das Ganze illustriert mit einem Jungen, verkleidet als Superman und somit passend für die Zielgruppe nicht nur der Eltern, sondern auch der „Jungen, die in der Gruppe der Nichtleser besonders zahlreich vertreten sind.“

Der Nationale Lesepakt wartet mit einem großen Angebot an Veranstaltungen und Preisen auf. Er liest sich wie das Who is Who aller Bücher- und Lesemenschen, die sich in diesem Land kraft ihres Amtes, ihrer Überzeugung und ihrer Ängste zusammengefunden haben, zu einem Zeitpunkt, da das geschriebene oder gedruckte Wort immer weiter an Resonanz verliert, um den Mythos Lesen und dem Buch die Stellung zu erhalten, die diese offensichtlich verlieren.

Der nationale Lesepakt ist die gebündelte Kraft eines ganzen Landes, dem Lesen die Superkraft zu bewahren bzw. möglichst zurückzugeben. Es ist nicht die erste Initiative für das Lesen. Als vor fast 50 Jahren die US-amerikanischen Wirtschaft in einer Untersuchung die Höhe der Mittel feststellte, die ihr durch die fehlende Lesefertigkeit ihres Personals in Handwerk und Betrieben verlorengingen, begann sie eine Kampagne, die an Umfang und Tiefe der jetzigen hier in Deutschland in nichts nachstand. Obwohl sie großzügig Mittel gerade in die kommunalen Bibliotheken spülte, war der Erfolg damals in den USA begrenzt. Steht dem deutschen Lesepakt jetzt ein vergleichbarer Misserfolg ins Haus?

Als vor fast zwanzig Jahren eine Untersuchung über den Einsatz digitaler Informationsmittel in der Lehre die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machte, dass die Lehre in analogen Bahnen verlief und die Studenten in dem Einsatz digitaler Informationen nicht geschult wurden und diese entsprechend auch nicht nutzten, wurden diese Studien weder gelesen noch in Handlungen umgesetzt. Auch wenn die heute Studierenden die Veranstaltungen mit dem Smartphone bzw. Tablet begleiten, so liest sich das gegenwärtig auf allen Kanälen geäußerte Bedauern über das digital rückständige Deutschland wie eine Abschrift dieser früheren Studien.

Die von Klaus Benesch vorgelegt Untersuchung über Buchkultur und Geisteswissenschaften im Informationszeitalter (Bielefeld 2021) nimmt einen anderen Standpunkt ein als die dem Lesepakt zugrunde liegenden Überlegungen. „Wie wir lesen“ versucht die Geschichte und Rahmenbedingungen, und damit den verschiedenen Ausprägungen dieser Kulturtechnik, auf den Grund zu gehen. Benesch fasst damit nicht nur Untersuchungen und Ergebnisse der früheren Jahre aus verschiedenen Institutionen und Kongressen zusammen, sondern gibt durch den Hinweis, dass die Krise des Buches bereits in der Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Ausgang nahm, als das Buch sich nicht nur einer elitär-gutbürgerlichen Gruppe öffnete, sondern immer mehr zum Allgemeingut „verkam“, dem Thema eine ganz neue inweis, Blickrichtung.

Mit der kurzen Erwähnung, dass gegenwärtig die Lesekultur der Jugend völlig andere geschult ist als vor Jahren, dass es also sein kann, dass wohl gelesen, aber anders und anderes gelesen wird, zeigt die Notwendigkeit zur Änderung der Blickrichtung.

Es kann ja sein, dass die Angebote, die heute gemacht werden, wohl eine leicht pessimistische Haltung gegenüber dieser Kulturtechnik verstärken, aber damit der Lesemotivation der Jugend nicht förderlich sind. Warum, fragt man sich, werden die Ergebnisse der Bundesligaspiele nicht nur gelesen, sondern auch im Gedächtnis verankert?

„Lauschen und Lesen“, deren Gedichte einer Veranstaltung einer kleinen Jazzgruppe dienten, zeigte, wie man Lesen und Hören oder Hören und Lesen an den Mann bringen kann. Es ist ein Umdenken gefragt, damit wieder gelesen wird oder besser noch, damit wir den richtigen Eingang zum Lesen wieder finden.

Aktuell ist Stille. Wir planen für die Zukunft

Die hoch angesiedelte Konferenz Digitale Wissenschaft (Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland 20.09.2010 in Köln, OPUS 4 | Digitale Wissenschaft - Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland (hbz-nrw.de) endete mit dem Schlusswort: „ … dass uns bei all den Diskussionen ... derzeit noch keine echte, d.h. virtuelle, Alternative zu einer Tagung eingefallen ist, kein Tool, keine Technik, die das gemeinsame Diskutieren und Erleben, die viel zitierten Gespräche in der Kaffeepause ersetzen kann …".

Bibliotheken haben sich relativ spät auf ihre Aufgabe als Zentrum der Kommune besonnen. Sie haben sich als Bücherschrank für jedermann, als Lernort und als Bildungseinrichtung definiert, ohne diesem Anspruch wie Karsten Schuldt nachwies, praktisch nachzukommen. Erst der in deutscher Übersetzung publizierte Aufruf von David Lankes, „Erwarten Sie mehr“, der ein lebhaftes Echo in der Kulturstiftung der Länder fand, wies der Bibliothek die Aufgabe zu, Mittelpunkt der Kommune zu sein. (s.a. „Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte“ unter Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte - Magazin 30 | Kulturstiftung des Bundes (kulturstiftung-des-bundes.de). Dabei wurde diese hier angesprochene Kommune weder rechtlich noch politisch eingegrenzt: Menschen, die sich nachbarschaftlich, mit einer Aufgabe, regional oder lokal, vernetzen wollen, sollten die Bibliothek als Zentrum ihrer Kommune ansehen. Mit dieser Aufgabe wurden auch die über die Entwicklung der letzten Jahrhunderte in den Bibliotheken getroffene Einteilung in Öffentliche oder Wissenschaftliche oder welche Unterschiede auch immer herausgestellt und gewünscht waren, in die zweite Reihe verwiesen.

„Im Schnittpunkt von Buchökonomie und Buchkultur stehen die Auswirkungen der Digitalisierung“, sagt die Professorin der Erlanger Buchwissenschaft Ursula Rautenberg. Es sieht aber zurzeit so aus, als ob dieser Schnittpunkt verloren zu gehen droht, weil die Angebote derzeit nur aus Digitalierungsvorhaben bestehen: mögen es Konferenzen und andere digitale Treffen, Fortbildungen oder Informationsangebote sein. Es war eine sehr mutige Entscheidung, die Buchmesse in Leipzig im Frühjahr 2021 abzusagen, weil, wie Oliver Zille es sehr klar ausdrückte, eine Messe eine Begegnung auf den verschiedenen Ebenen erfordert und dieses digital nicht möglich ist. Dem stimmen wir zu, obwohl uns diese Absage aus vielen Gründen sehr geschmerzt hat.

Was wird aus einer Buchwissenschaft ohne Buch?“ fragt die Erlanger Buchwissenschaft. Und wir können uns nicht des Eindrucks erwehren, dass die Vorherrschaft des Digitalen, dem sehr oft die Aura des Modernen anhaftet, durch die Aufholjagd des Buches in kleinen Buchläden leichte Risse bekomme hat. Auf der Ebene des Politischen hat dies Sorge auslöst, wie die Gründung eines nationalen Lesepaktes (Lesen eröffnet uns die Zukunft. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark) zeigt. Dabei findet die Gründung dieser Stiftung ihr Pendant in Russland, getragen von ähnlichen Sorgen, dass die Beschäftigung mit einem Buch und einer Geschichte wohl andere Teile unseres Gehirns anspricht als eine permanente Beschäftigung mit elektronischen Nachrichten. Dies sagen wir hier auch angesichts einer permanenten pädagogischen Bedrohung der Kinder durch übermäßigen Fernsehgenuss bzw. Bildschirmkonsum in der Vergangenheit, der sich jetzt als erforderlich erweist.

Wie sehr Bücher zum guten analogen Leben beitragen können zeigen u.a. „Guten Tag - haben Sie Bücher“, dieses kleine Büchlein, das das Leben in der Stadtbücherei Marzahn nachgezeichnet hat, und sich als Bestseller erwies, wie auch die sanfte Satire „Ich bin ein Bibliothekar“ über einem Bibliothekar, der seinen Beruf als Partner des Lesers über alles liebt und aufgeben soll, zugunsten eines unnötigen Programms intellektueller Beschäftigung.

„Verantwortung für alle“ lauten jetzt schon die Forderungen, die auf tiefgreifende soziale und ökonomische Veränderungen hinweisen, die uns das Abflauen der Epidemie und ein Ende der Stille bringen werden. Den Bibliotheken wird dabei eine große Verantwortung zufallen, die sie auch einfordern sollen. Mit dem Sammelwerk: „Bibliotheken.Wegweiser für die Zukunft. Projekte und Beispiele“ zeigen sie, dass sie das können, man muss sie nur lassen und fordern (erscheint im 2. Halbjahr 2021). 

Rainer Kappe

Kollege, Freund und Berater - RIP

Als das Deutsche Bibliotheksinstitut zu Begin des neuen Jahrhunderts unterging, versuchte Rainer Kappe in dem Chaos zu retten, was noch zur retten war und den vielen Kollegen wenigstens den Hauch einer Zukunft zu vermitteln. Er selbst erhielt eine gute Zukunft im Jüdischen Museum. Dort sahen wir uns wieder. Er war zusammen mit anderen Autor und Herausgeber für Das Tagebuch des Klaus Seckel. ISBN 978-3-940862-14-3. Er beriet den Simon Verlag für Bibliothekswissen während des schwierigen Beginns seiner Tätigkeit und illustrierte einige der neuen Publikationen.  Rainer Kappe begleitete uns über viele Jahre. Wir werden ihn nie vergessen.

Ich bin ein Bibliothekar

Gotthold Ephraim Lessing war einer. Er gab der Wolfenbüttler Bibliothek das Gesicht eines Lern- und Wissenszentrums. Antonio Panizzi formte das British Library Museum zu der effektiv arbeitende British Library um und gab ihr ein prägendes Gebäude. Benjamin Franklin mit seinen Vorschlägen zur Systematik förderte die Gründung öffentlicher Bibliotheken in Frankreich und Gallardo legte die ersten Grundlagen für ein von Aufklärung und Liberalismus getragenem Bibliothekswesen in Spanien. Leider musste er diese Ideen mit zeitweiligen Gefängnisaufenthalten bezahlen, anders als bei der Bibliothek für Ausländische Literatur in der Sowjetunion, in der eine große Anzahl verdächtiger Intellektueller für Jahre Arbeit und Schutz vor der Perestroika fanden. Die Lebenskrise der Bibliothekare in der Bundesrepublik wurde von Rainer Strzolka traurig und komisch dokumentiert in: Der Bibliothekar – ein Monodrama, von den slowenischen Kollegen mit Vergnügen übersetzt.  

Bibliotheken bildeten immer den Hintergrund kultureller Blüte, wie die Übersetzungsschulen in Toledo, die gleichzeitig die ersten Leihzentralen bildeten und damit die Klöster des frühes MA mit Wissen und Möglichkeiten des Studiums ausstatteten. Daher ist es kein Wunder, dass die Bibliothek von Alexandria vor einigen Jahren neu aufgebaut, zu einem nationalen Erbe Ägyptens wurde, die in der Revolution vor einigen Jahren von allen Bewohnern geschützt wurde, wie David Lankes in Erwarten Sie mehr, 2017, berichtete.

Es waren Bibliothekare, die im Hintergrund, sehr oft intensiv ihrer Aufgabe verpflichtet, in das Zentrum des Interesses rückten. Graue Maus oder Literaturluder - das Bild der Bibliothekarin in der Belletristik ausgewählter Länder nennt Cornelia Fix ihre 2008 erschienene BA-Arbeit. Dieser Trend wurde durch Veröffentlichungen und andere Medien verstärkt, die das Bild der Bibliothekarin zeichneten, sehr oft mit einer leicht negativen Tendenz, altmodisch, nicht zeitgemäß, oft komisch. Hemdesusen, diesen Titel erhielten sie in einem Bericht über einen Kongress öffentlicher Bibliotheken in den 50er Jahren.

Veröffentlichungen und Kommissionen über das Berufsbild folgten auf Kongressen und Tagungen. Altmodischer Habitus bestimmte den Ton des Unzeitgemäßen dieser Berufsgruppe von der Kritik bis hin zur persönlichen Beleidigung. Als die Informationswissenschaft begann, die Informationsvermittlung zu erobern, und Ideen eines sich lohnenden Marktes das erste große staatliche Förderprogramm in der Bundesrepublik bestimmten, nivellierte sich in vielen Ländern weiter der Ruf der Bibliotheken zu veralteten unbrauchbaren Einrichtungen, besonders des Personals, das diesem neuen Zeitgeist und rapiden Entwicklung nicht gewachsen sei.

Der smarte Manager hielt Einfluss. Eingangs heftig beklatscht, wie der unglückselige Manager von Bertelsmann mit seinem Preisgesang auf die totale und kontrollierte Beherrschung der geistigen Welt, besonders der Musik, durch das Internet in einer internationalen Tagung in Berlin in den 90er Jahren.

Guten Tag - haben Sie Bücher dagegen, dieses Tagebuch einer öffentlichen Bibliothek in Berlin-Marzahn, zeichnet die unermüdliche Informationsarbeit seines Personals für jedermann bis hin Einrichtung von Schreibwerkstätten.



Und nun diese Satire.

Christer Hermansson: Ich bin ein BIBLIOTHEKAR!


Eine scheinbar altbackene Beschreibung eines Menschen, der diesen Beruf liebt und mit ihm tief zufrieden ist. Administrativen Aufgaben wie Rechnungslegung etc. unterzieht er sich ohne Widerspruch. Nur die Absurdität der neuen Aufgaben einer smarten Managerin unter der Zerstörung seiner für die Bibliothek so wichtigen Kompetenzen erkennt er nicht. Oder doch???

Die neue Managerin erreicht schnell ihr Ziel...

Wir wollen den Autor, Christer Hermansson, nach Deutschland einladen für Lesungen und Begegnungen. Er spricht Deutsch. - Wir suchen dafür Partner und Mitstreiter - Termin offen (Dank Corona).

Spannend verspricht das Gespräch zu den verpassten (oder politisch nicht gewollten?) Chancen für Bibliotheken während der Corona-geprägten Zeit zu werden.

 

Kontakt und Bestellungen:

Telefon: 030 44739675

per email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Fake News und wir. Neue Formen der Macht und des Wissens

Vor einer Dekade veröffentlichte die junge Bibliothekarin und Pädagogin Eva Homeyer Informationskompetenz in Grundschulen. Probleme und Perspektiven für Schüler und Lehrer, ISBN 978-3-940862-03-7. Das Buch war hervorragend recherchiert, sehr gut geschrieben und erhielt auch ausgezeichnete Kritiken. Es wurde nicht verkauft, daher nehmen wir an, dass es nicht gelesen wurde.    
   

Fake News, Propaganda und Desinformation im Digitalen Raum, ISBN 978-3-945610-55-5 nennt Johannes Elia Panskus sein Buch, das auf der Büchermesse in Leipzig 2020 vorgestellt werden sollte. Eine Entwicklung von 10 Jahren im Vergleich zu dem Buch von Homeyer, bei der Digitalisierung ein Lebensalter, was eigentlich Fortschritte aufzeigen sollte und doch mit der Coronakrise das ganze Elend der Digitalen Entwicklung in diesem Land nur anhand dieser einen Publikationen vor Augen führt. Mangelnde Ausstattung mit Hardware sowie eine fehlende Integration in den Unterricht, die die nicht wahrgenommene Verantwortung auf den Schultern einiger leidenschaftlicher Nerds ablegte, die aber weder durch eigene Weiterbildung noch durch Unterstützung der Schulleitungen, mögen es die Schulen selber oder deren höheren Funktionen sein, umgesetzt wurde. Politische Digitalpakte helfen dann wenig, wenn nicht der Erwerb der digitalen oder Informationskompetenz als Zielvorgabe definiert und verfolgt wird.

Die Coronakrise brachte es an den Tag, als von heute auf morgen Kinder mit Hilfe der elektronischen Medien unterrichtet werden sollten und es bedurfte dem Beispiel einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, in der der Unterricht wirklich in dieser Art stattgefunden hat. – Ohne Eltern und ohne genervte Kinder. Der Ministerpräsident von Thüringen will weitere Lockerungen der Corona-Verbote, um die Wut der Mitbürger und die Flut der Fake News einzudämmen. Was für eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Fake News sind nicht Folgen einer Wut, sondern Folgen mangelnder Ratio und wie die Familienministerin bei der montäglichen TV-Sendung von Hart aber fair sagte, die sogenannten digital natives können das Internet in ihrer Tiefe und Breite nicht nutzen, es sind digitale Verbraucher, die amazon jetzt einen Riesengewinn bescheren, aber nicht die Informationsquellen nutzen, die den fake news den Boden entziehen würden.


Mit der Aufklärung der Neuzeit bekam der Glauben an Teufel und Hexen neuen Auftrieb, manchmal auch genutzt von der Kirche, um Menschen in ihrem gehorsamen Unglauben zu lassen. Wenn die Kirche auch damals geglaubt haben mag, ihre Macht auf diese Art zu bewahren, es war ein Irrtum.  Der Staat von heute möge es die nationale, kommunale oder Länder-Ebene sein, deren Interesse dem Machterhalt oder Zuwachs gilt,  sie sollte diesen Irrtum nicht verfolgen. Es hört sich einfach an und verliert doch durch die Wiederholung jede Wahrheit. Fake News, irrige Ansichten lassen sich nicht durch einmalige Gespräche aus der Welt schaffen, sondern nur durch Informationen, den rechten Zugang zu ihnen und den Umgang mit diesen Werkzeugen. Mit Zwischen Informationsflut und Wissenswachstum – Bibliotheken als Bildungs-und Machtfaktor der modernen Gesellschaft wies W. Umstätter schon vor Jahren auf diesen Paradigmenwechsel in der Macht hin, und verknüpfte ihn mit der Forderung nach einer neuen Infrastruktur, auch den Wechsel und die neue Wertigkeit, die Information und Wissen mit sich brachte und bringt. Dies hat sich nun erneut bewahrheitet. Corona bringt es an den Tag. Dies  wurde nicht nur von einem Teilnehmer des oben genannten Hart aber fair in das Publikum getragen. Viele Mittel für die Lufthansa (wenn auch nur als Kredit), aber anscheinend immer noch keine für die Zukunft. Wie wird unsere Zukunft aussehen, wer wird sie sichern?


Ungeklärte Fragen und keine Antwort.              

Unsere Autoren- eine Hommage des Simon-BW-Verlages

Der Simon-BW- Verlag wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Das ist nicht alt. Er ist immer noch der Benjamin im Vergleich zu vielen älteren und größeren Verlagen. Wir wollen auch die Schwierigkeiten kleiner selbstständiger Verlage durch keinen Bericht unseres Kampfes ums Überleben ergänzen, sondern wir wollen dem Fundus unserer Arbeit, unser Zentrum, unsere Überlebensbasis, den Quell unserer Freude in unserer täglichen Arbeit in den Mittelpunkt dieser Chronik stellen, unsere Autoren.

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Stephan Büttner

Wie sich die Informationswissenschaft in der digitalen Transformation behauptet

Zwei vielversprechende Ansätze, um sich immer wieder neu zu etablieren

Stephan Büttner (Hrsg.), Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses - Antworten aus der Informationswissenschaft, Simon Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2019.

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Information Literacy darf nicht nur ein Traum sein.

Open Access hieß die Devise, als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information Literacy wurde gefordert, damit alle nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten. Aber schon vor mehr als zwanzig Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich Ebert Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Aktuell ist deutlich geworden, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch und Desinformationen verfälschen die Räume und Träume vom barrierefreien Open Access.

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Fake-News: Fehl-, Falsch- und Desinformation

Open Access war die Devise , als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information literacy wurde gefordert, damit alle mit dem neuen Medium umgehen konnten und  nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten.

Aber schon vor mehr als 20 Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Die Gegenwart zeigt uns heute, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch- und Desinformationen  verfälschen die Räume und Träume des Open Access.

Schon Stefan Hauff-Hartig. Fehl-, Falsch- und Desinformationen aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften weist auf die Kenntnis des Kontexts  hin, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu entschlüsseln. Willi Bredemeier erfragt von Spezialisten und Hochschullehrern in Die Zukunft der Informationswissenschaft - Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft? Gegenwart und Zukunft, Perspektiven und Forschungsfronten als Folgen der Digitalisierung. Dies sind nur einige Punkte der hier vorgelegten Untersuchung.

Mit dem Sammelwerk Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses hat Stefan Büttner Antworten aus der Informationswissenschaft auf die Umwälzungen der Digitalisierung herausgegeben. Nicht nur Bibliotheken und Forschung, sondern auch Museen und  Institutionen stehen vor Forderungen einer neuen Zusammenarbeit, die von jedem digital literacy erfordert und damit die  früher geforderte information literacy dramatisch weiter entwickelt.  Diese information literacy wird nicht nur von einigen Institutionen und Wissenschaftlern gefordert, sondern von jedem einzelnen, damit er nicht verständnislos in einer Welt verloren geht, die sich dramatisch verändert.

amazon – Seien Sie sorgfältig!

Nicht jedes Buch, das Sie bei amazon bestellen, wird an den Verlag weitergegeben. Bestellen Sie direkt bei uns per Email oder auch telefonisch. Jedes Buch aus unserem Verlag wird Ihnen innerhalb eines Tages portofrei geliefert.

Die andere Bibliothek

BRIEF AN EINE ALTBEKANNTE von Richard David Lankes – als Vorbereitung für den Bibliothekartag Juni 2018 in Berlin und für die Zukunft

Liebe Bibi,

Du bist nicht die einzige Bibliothekarin, die sich Sorgen um die Zukunft der Bibliotheken macht. Entweder bekommt man gesagt, Büchereien seien altmodisch oder überflüssig geworden, oder man hört, dass Bibliotheken in Zukunft eher als eine Art Stadtteilzentrum fungieren sollen, eher Erlebnisse als Lesefähigkeit und Bildung vermitteln sollten. Du fragst Dich, warum wir eigentlich ein neues Bibliothekswesen benötigen, das die Rolle der Büchereinen - und Deine eigene - in einer modernen und diversen urbanen Gesellschaft neu denkt.

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