Was uns bewegte

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg – Digitization – redefinig and innovation- new businnesses

 

Die Buchwelt jubiliert. Von den höchsten politischen Funktionsträgern Deutschlands und Frankreichs, früher erbittert im  gegenseitigen Krieg gelegen,  heute in Freundschaft verbunden, wurde die diesjährige Buchmesse eröffnet und DIE ZEIT  feierte, Frankreich schreibt wieder, was offensichtlich war, denn es waren  über 100 Verlage aus Frankreich vertreten, wenn diese auch zur Enttäuschung der frankophilen Besucher schon um 11.00 Uhr am Sonntag ihre Stände räumten. Doch der Jubel war willkommen,  vielleicht angesichts der auftauchenden Skandale während der Besuchstage  ein wenig überbewertet. Gemessen an den offen oder versteckt geäußerten Probleme der Buch-  und Informationsbranche und der leisen Langeweile, die einen Fachbesucher beim Durchgang durch die Halle 4 beschlich, doch ein wenig mit getrübter Freude.  

Unter diesem klugen Motto fand der 6.Leipziger Bibliothekskongress statt. Die Leipziger Messe ist ein hervorragender Platz für Bibliothekskongresse, die Raumaufteilung übersichtlich und gut ausgeschildert. Die Ausstellungen befinden sich neben den Tagungsräumen, so dass die Besucher, nicht nur schnell die Veranstaltungen finden, die sie besuchen wollen, sondern sie können auch die Pausen zweierlei nutzen. Für intensive Gespräche, die immer eine großen Rolle spielen, wenn sich nur zwei Kollegen treffen und gleichzeitig zur Information über alle Dienstleistungen, die das Leben und Wirken der Bibliothekare effizienter und noch bessern machen wollen, zur Entwicklung ihrer Rolle und Dienste. Gleichzeitig bot der Bibliothekskongress einen nahtlosen Übergang zur Buchmesse vom 17.-20. März.

Prix Europa 2016-Changing Europe Politische Umbrüche und die Freiheit der  der Medien setzten dem neudeutschen Begriff der Lügenpresse am   22.Oktober eine Podiumsdiskussion entgegen,  öffentlich – da auch für das öffentlich rechtliche Fernsehen (Tagesschau24) aufgezeichnet wurde. Vertreter aus der Türkei (der in Deutschland lebende Dündar, ehemaliger Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet) Großbritannien, Russland (jetzt Mitglied von Greenpeace) und von Seiten der Wissenschaft nahmen an dem Gespräch teil, das durch Fragen und Beiträgen aus dem Publikum ergänzt wurde.  Organisiert wurde das Gespräch von der  Bundeszentrale für politische Bildung, hier der Vereinigung Reporter without Border.

Vergangenes und Zukunft in der Fachdebatte. 

Mit einer nur kurzen Verzögerung erscheinen b ei uns zwei Bücher:

David  R.Lankes Erwarten Sie mehr. Verlangen Sie bessere Bibliotheken für eine komplexer gewordene Welt hrsg. von H-Chr. Hobohm

Und

Helga Schwarz: Das Deutsche Bibliotheksinstitut. Im Spannungsfeld zwischen Auftrag und politischen Interessen.

Es sind eigentlich keine Bücher für Bibliothekare sondern für diejenigen, die für Bibliotheken verantwortlich sind, also ihre Communities, wie Lankes das nennt, sei es eine Universität, eine Institution, ein Konzern oder eine Kommune. Mit Leidenschaft, praktischen Beispielen aus aller Welt und der tiefen Überzeugung, dass Bibliotheken Menschen mit dem ausstatten können, was sie für diese unsere neue Welt brauchen, ist das Buch eine mitreißende  Lektüre  auch für Bibliothekare und  für alle, die für Bibliotheken verantwortlich sind,  , seien es Gremien oder Verwaltungen.

Für das Web  für Eugen am 11.8.

Webseite:

Für Leser und Presse

Unser Programm  2018

Veranstaltungen:

Konzert im Haus –raus !!!!!!!

Das Deutsche Bibliotheksinstitut  raus

Dafür :

BIB Die Landesgruppe Berlin veranstaltet eine Lesung mit Frau Dr. Helga Schwarz Das Deutsche Bibliotheksinstitut. Im Spannungsfeld zwischen Auftrag und politischen Interesse
Am 19. Oktober

Im Schloss /Berlin Steglitz/Veranstaltungsraum der Bibliothek

S. u. U. Bahn Rathaus Steglitz

Kommen Sie und diskutieren Sie mit uns über Bibliothekspolitik, die nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. i 

Am 19. Oktober um 18.00 Uhr

Anmeldung bei jens.gehring@gmail.com

Selten  fühlten wir uns so wenig informiert wie nach dem Brexit. Ein Land, das wir wegen seiner Informationskultur bewunderten , fällt eine Entscheidung, die von den meisten Deutschen nicht nachvollziehabar ist. Wissen wir, warum, die Briten in dieser Weise abgestimmt haben. Nein, wir wissen es nicht, wie auch DIE ZEIT am Sonntag den 3. Juli zwei Meinungen nebeinander stellt Ja und Nein  und beide sind einleuchtend. Mit  eindeutigen Zusteilung nach politischen Parteien hat diese Meinungsäußerung nichts zu tun, sondern erfordert sorgfältige  Recherchen und Informationsbeschaffung. Desto mehr die offiziell geäußerte Meinung nicht zutrifft, desto mehr fühlt sich die  die Öffentlichkeit mißverstanden, eine Gefahr für die Demokratie. Was hilft dagegen, nur umfassende Unterrichtung,selbstbestimmt und mit einem offenene Zugang  für alle verfügbaren Informationen  für imformationskompetente Menschen, die sich alleine informieren wollen und können. Sie wollen dies und keine Belehrung . Informatioonskompetenz ist erlernbar und wichtige r für uns alle. Sie ist der einzige Weg und das einzige Mittel gegen Hass und Wut . Bibliotheken vermitteln Informationskompwetenz  und helfen bei Recherchen.

„Amerika war groß, mutig und stolz“, schreibt die Korrespondentin der Zeit in den USA, Frau K. Kohlenberg am 8. Dezember 2016 an ihre Tochter. „Es war so ganz anders als mein Zuhause.“ Dies trifft den Nerv einer ganzen Generation. Angesichts einer Tabula rasa nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur auf dem Gebiet der Politik, auch der Kultur, stürzte sich die jungen Generation auf Schau heimwärts Engel (Thomas Wolfe) und auf Dos Passos` Manhattan Transfer, Dieser, einer der ersten Großstadtromane, wurde zur begehrten Lektüre. Jazz, die Ethnomusikologie, neue Gebiete und neue Kultur fanden ein neues Selbstverständnis nach Abschottung und feindlichen Labels wie Negermusik und anderen Kulturschrott, der auch in der Nachkriegszeit verbreitet wurde.

Wie ein Häuflein der 7 Aufrechten mit ihrer so frech-bunten Fahne standen die Piraten vor dem Restaurant Kosmos mit ihrem Protest gegen die Gema und deren Gebührenpoltik, als die zahlreichen Mitglieder zu ihrem Mitgliederfest strömten. Bildhaft wurde hier das Scheitern einer Politik deutlich, von der sich so mancher Berliner vor Jahren endlich den Weg in eine digitale Verwaltung erhofft hatte. Der Antrag auf einen neuen Reisepass erfordert heute mehr Zeit als in vordigitalen Zeiten, so irreführend kann Politik sein, wenn sie auf die falschen Pferde setzt.

Unter diesem Motto stand nicht nur die Neueröffnung der Kogge Halle am 14. März in Bremerhaven sondern auch um  eine neu gestaltete Beziehung zwischen Mensch und Meer. Das Meer war Bedrohung und Sehnsuchtsort für Abenteuer und ferne Länder, für ein Leben jenseits des Alltäglichen, wie es die zahlreichen Tagebücher von Seefahrern  auch Rudolf Zimmermann, Gute  Wache, gute Ruh bezeugen. Dieses Leben ist tot und gehört der  Vergangenheit an, wie zahlreiche Berufe, die mit der Schifffahrt zu tun hatten, Taliman, Shipbroaker etc. Trotzdem hat das Meer seine Faszination und auch Bedrohung für den Menschen nicht verloren, wie die Katastrophe vor drei Jahren  in Japan zeigte und die Wanderungen  an die Nord- oder Ostsee zahlreicher Familie mit  Kindern oder ohne während der Ferien  und  auch während dunkler Winternächte. Das Meer hatte und hat eine ungebrochen Faszination, . in einer Zeit, in der Menschen die Natur mit Ihren Gewalten oft  vergessen. Wie sehr der Mensch mit  dem Meer verbunden ist, zeigen nicht nur die Erforschung  unbekannter  Wesen in der Tiefe der Meere sondern auch  zunehmen unsere Einblicke in das Klima und deren Gefährdung.

Selten  hat uns eine Nachricht des aus der Demokratie abdriftenden Europas so erschüttert, wie Orban rechnet mit seinem Hauptfeind ab – das ungarische Hochschulgesetz beerdigt praktisch die von Georg Soros gegründete Central European University (Berliner Tagesspiegel vom 5. April). .

Schreibt der Tagesspiegel am 22. Juli  2017und begann damit eine Debatte darüber, dass Stadtbibliotheken wie Bäckereien, Kinos, Blumenläden  und Supermärkte sonntags öffnen sollten. Nicht die Angestellten in den  Bibliotheken sträuben sich dagegen, sondern ein Arbeitsgesetz, dass schlicht und einfach  geändert werden kann. Was zum Schutz einer Bevölkerung erdacht wurde, wendet sich jetzt gegen  sie. Das Lob des Koalitionsvertrages für die Bibliotheken, sie sind die meistgenutzten  Kultureinrichtungen der Stadt  ist ohne Innovation und Reformen dieser Einrichtungen eine Leerformel,  denn eine Nutzung aller Bürger zu jeder Zeit gehört dazu.

Erwarten Sie mehr schreibt R.David  Lankes an  die Bürger in den Kommunen und fährt fort: Zugang hat keinen Einfluss auf Wissen und Entwicklung  wenn man nicht gleichzeitig über Zugang zur Bildung, Wirtschaft, Möglichkeiten, gute Schulen, gute Nahrung, gute Schulen und gute Ressourcen spricht. Wie wahr, dass der Zugang zum Internet , wenn auch als Grund erforderlich, keine Garantie für Aufklärung, Wissen und Vernunft bietet weiß heute jeder. Wer aber gibt Zugang zu gutem Rat , objektiven Ressourcen, gemeinsamen Spaziergängen der Familien zu Fakten und Wissen ohne politischen und ökonomischen Hintergedanken…die Bibliotheken.

Durch die Falschmeldung des angeblich vergewaltigten Mädchens sind die Russlanddeutschen auch im Deutschlandfunk in den Fokus einer manchmal aufgeregten Diskussion um Asyl, Migration und Flüchtlinge in Deutschland geraten. Dabei sind die Russlanddeutschen eine Bevölkerungsgruppe, die seit dem Zusammenbruch des Zarenreiches und nach dem Ende der beiden Weltkriege eine große Rolle in Deutschland besonders in Berlin spielten. In den Jahrhunderten davor spielten deutsche Einwanderer in Russland eine große Rolle, die ihren Niederschlag in zahlreichen Novellen fanden, so zum Beispiel bei Tschechow, dessen Figuren in seinen Erzählungen oft der russischen Sprache wenig mächtig waren. Unattraktiv und ohne Humor erfüllten sie ein gewisses Rollenbild, was auf Deutsche in der Gesellschaft hinwies. Viele dieser Russlanddeutschen, z.B. die Wolgadeutschen und dem zu Folge die Kasachen, die als Russen betitelt von dem ehemaligen Kanzler Kohl in Land geholt wurden mit dem Motto der Politik dieser Tage das Tor ist offen. Sie verfügten oft über deutsche Wurzeln. Nur die ältere Generation sprach oft ein – wenn auch altmodisches Deutsch. Begeistert wurden diese Russlanddeutschen nicht aufgenommen. Sie mussten ihre deutsche Herkunft beweisen, da nach deutschem Recht eine solche Abstammung immer noch der beste Beweis für eine barrierefreie Aufnahme war. Aber trotz der in der Sendung gegenteiligen Behauptung verlief die Integration dieser Bevölkerungsgruppe ruhig, ja manchmal sogar beschämend, wenn z.B. Maria Kabo in ihrem Buch Die Bibliothek als Integrationsfaktor ISBN 978-3-940862-09-9 darauf hinwies, dass wir es bei den Migranten aus russischen Ländern mit einem Lesevolk zu tun haben, denen lediglich die digitale Kompetenz fehlt und die in den Bibliotheken ein Stück Heimat suchten.

Warum hat man nicht Ethnologen und Historiker in die Diskussion um die Flüchtlingsströme einbezogen, die Deutschland, ja Europa in Unruhe versetzen. Scharen von Flüchtlingen, die eine neue Heimat suchen, sind wirklich nicht neu: Das wunderschöne Venedig wurde von ihnen aufgebaut, die nach dem Niedergang Ostroms nach Westen geflohen waren.  Venedig selber vertrieb mit der Steuerpolitik die im Ghetto lebenden Juden zum Schaden für die Republik, denn das Druckgewerbe in den Niederlanden, heute noch beherrschend durch große Verlagshäuser hat dort ihnen Ursprung. Und Preußen ! – auch dieser arme Staat mit seinen Sandböden wurde durch Flüchtlinge aufgebaut:  Holländer errichteten Deiche und  die Frage, ob die in den 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts in Berlin sich etablierende Mode, ihren Ursprung bei den Hugenotten hatte, kann nicht eindeutig beantwortet werden.. Und die USA – ein Land, das von Flüchtlingen aufgebaut wurde, Menschen, die vor Armut und Willkür des alten Kontinents flohen. Wir wollen hier nicht noch mehr Beispiele aufführen und  sondern verweisen auf den Lesezirkel, der am Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven  stattfinden wird:

Einwanderung und Integration - Was bedeutet das?

www.davidlankes.org

Karlshorst war als militärisches Quartier der russischen Besatzung bekannt. Wussten Sie, dass Kafka 1916 sich dort ansiedeln wollte, wie er mit seiner Verlobten besprochen hatte? Am Montag, den 12.10 hatte der Anthea Verlag zur Karlshorster Abendgesellschaft eingeladen, zum Thema: Die Kunst geht nach Brot, dem bekannten Ausspruch Lessings. Es ging- ein sehr seltenes Thema in der heutigen Zeit – um die heutigen Lebensbedingungen von Kreativen- es ging um Kunst und Kultur im sozialen Umfeld. Wie werden Kunst und Arbeit entlohnt oder ist Brot Kunst? Wie sagte Bill Clinton It‘s economy stupid – das heißt alle Kunst muss sich verkaufen und gibt damit dem Ausspruch Lessings im gewissen Sinne Recht. Hier ist im Kernsatz der kulturelle Unterschied zwischen der deutschen und amerikanischen Kultur definiert. Während in Deutschland die kulturelle Förderung des Staates nicht der Daseinsvorsorge seiner Künstler gilt, sondern der Entwicklung von Bildung und Kreativität seiner Bürger, ist die Kultur und Kunst in den USA weitgehend dem Markt überlassen. Durch den Anteil von großen Stiftungen an der Entwicklung von Bildung und Kultur in Amerika, werden hier ähnliche Strukturen mit der Förderung von Kunst im 14. Jahrhundert, besonders in Italien, deutlich.

Weiß die Buchmesse in Frankfurt/Main eigentlich, was sie an Herrn Dr. Bredemeier und seiner Kohorte hat? Man mag sich mit dieser Frage irren, aber der Ort, an dem 30 Jahre Password gefeiert wurde, ein positives Zeichen auch für die Berichterstattung, die diese Zeitschrift der Buchmesse in den letzten drei Jahren gewidmet hat, war diesem Ereignis nicht angemessen. Man ist versucht, dem neuen Direktor der Buchmesse Jürgen Boos, der im TV eine Neugestaltung der Messe erläuterte, eine Zeitreise ein späteres Lebensalter vorzuschlagen. Die Stühle in dem Cafés des internationalen Bibliothekszentrums sind nur für junge Leute, aber ab 30 sitzen diese auch lieber bequem, wie man den Bibliotheksanbietern in diesem Zentrum ansehen konnte. Außerdem war ihre knappe Anzahl dem Austausch nicht förderlich, auch für die Anbieter enttäuschend, die etwas einsam an ihren Tischen saßen. Der BIB, der immerhin seine Jahrestagung in Leipzig vor der Messe abhält, saß ebenfalls etwas verloren in einer kargen Ecke.

Die Bibliothek als Idee In diesem Jahr der Jahrestage und Jubiläen mit oft rückwärts gewandten Erinnerungen veranstaltete die online Zeitschrift libreas zur 10. Wiederkehr ihrer Erscheinung ein Symposium – die Bibliothek als Idee. Dies paßt zu ihrem Namen und ihrem Vorhaben, Libreas—Library Ideas (https: libreas.wordpress.com) Nun mag dieser Name dem jugendlichen Alter seine Gründer geschuldet sein, die damals der Abwicklung des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt Universität Berlin die Gründung dieser Zeitschrift entgegen setzten. Die Zeit hat ihnen Recht gegeben, es war die richtige Idee- auch in der Vorausschau auf die Zukunft. Die Idee der Bibliothek oder auch die Bibliothek als Idee ist ein zukunftsweisendes Projekt auch auf dem Hintergrund der politischen Ideenlosigkeit, auf welche Weise Deutschland endlich in der digitalen Welt mit einer digitalen Gesellschaft ankommen will. Bestimmt nicht mit einigen hingemurmelten Worten der Kanzlerin, dass die digitale Angenda jetzt Chefsache sei und bestimmt nicht mit der Forderung, die Zahl der Professoren auf diesem Gebiet aufzustocken, wie und wo auch immer es passen möge. Da mag ein Nachdenken darüber, dass 5 Schüler für einen PC evt nicht ausgewogen sind, von der fehlenden Fortbildung abgesehen besser passen. Auch die gewachsenen Ansprüche an das PersonaL – es muss u.a. über umfassende IT Kenntnisse verfugen, würden nicht ausreichend honoriert, wurde im Wissenschaftauschuss des Abgeordnetenhausesin Berlin gesagt.- 

Bibliotheken - von Anfang an Zukunft nannte sich der 104. Bibliothekartag in Würzburg, ähnlich dem Motto des 95. gemeinsam für die Zukunft ihrer Bibliothek . Und so ging es weiter. Nachdem Nr. 1 der b.i.t. Kongress News noch zum Abschneiden alter Zöpfe aufforderte, fragte Nr. 2 nach Neuen Kompetenzen, neuen Fähigkeiten und neuen gesetzlichen Regelungen. Damit stellte sich diese Berufsgemeinschaft den Forderungen, digitale Inhalte vermitteln zu können „ein Buch ist ein Buch“. Neue gesetzliche Regelungen sollen die Benachteiligung digitaler Medien und Techniken beenden. Mit der bevorstehenden Novellierung des Urheberrechts werden klare Formulierungen mit einer pauschalen Regelung zur Nutzung digitaler Werke im digitalen Zeitalter gefordert. Dem stehen viele Hürden entgegen, besonders die Klassifizierung eines E-Buches nicht als Buch sondern als Datenbank. Dies trifft besonders die Öffentlichen Bibliotheken, die beim Erwerb und Ausleihe elektronischer Bücher sehr eingeschränkt werden, wie der Bibliothekartag in Bremen gezeigt hatte. Dies widerspricht eigentlich dem Willen einer Regierung, die sich die Förderung der Digitalisierung der Bürger verschrieben hat. Die Zöpfe müssen also nicht nur bei den Bibliotheken oder Bibliothekaren gestutzt werden, sondern auch bei einer Regierung, die für Wissen und Forschung die Rahmenbedingungen vorgeben soll und dabei oft hilflos wirkt, wie der neueste Skandal bei der Vernetzung der Berliner Schulen zeigt, bei der wieder Millionen in den armen märkischen Sand versenkt wurden.

Kennen Sie das schönste Museum Europas. Das neue Schiffahrftsmuseum in Tallinn Seaplane Harbour - aber wenn Sie nicht nach Tallinn fahren können lesen Sie das Tagebuch des Kapitäns Rudolf Zimmermann, Gute Wache, gute Ruh von Abenteuern in Afrika und in der Welt mit einem bedrohlichen Schiffsbrand. (auf unserer Webseite unter Zeitzeugen).

Keine Zeit eignet sich so gut zur Rückschau wie der dunkle Dezember. In Tagebüchern und Berichten stellen wir ganz unterschiedliche Leben vor, die durch ihre Authentizität uns nicht nur fesseln und interessieren, sondern auch helfen, unsere eigene Zeit und unser Leben besser zu verstehen, eine gute Lektüre zum Jahresende und Jahresbeginn.

Zum Beispiel die Tagebücher des Johannes Spiecker, die nicht nur das Leben eines mutigen Mannes aufzeigen, sondern auch die Probleme, die heute Afrika der Welt bereitet. Der Antiheimatroman von Willi Bredemeier verdeutlicht die Probleme eines Bundeslandes, die sich sehr früh ankündigen und trotzdem, auch heute, möchte man sagen, nicht wahrgenommen werden. Man mag es kaum glauben, die Wege der Hoffnung des aus Litauen in die USA eingewanderten Kasickas berühren sich mit dieser Entwicklung. Wie sehr die Moderne unser Leben verändert hat, zeigt der knappe Lebensbericht des ehemaligen Kapitäns Rudolf Zimmermann, der vergangene Welt der Schiffe und der Meeren thematisiert, dass diese Strukturen der Vergangenheit auch heute noch spürbar sind, liest man in dem 1894 erschienen Roman von Nataly von Eschstruth, Polnisch Blut. Die Kommentare von Gegenwartszeugen machen deutlich, dass die Nachbarschaft Polen - Deutschland immer noch mit Problemen behaftet ist. Zweifellos kann diese globale Welt durch die Musik zusammengehalten werden, wie uns Höre Hespos vorführt, ein ehrlicher und persönlicher Austausch, was in dieser Form noch nie von diesem und über diesen modernen Komponisten geschrieben wurde. Zeiten und Kontinente entfernt, zeigt das Gespräch zwischen Artur Simon und dem großartigen nubischen Sänger Dahab in Kisir und Tanbura, wie das Leben dieser so unterschiedlichen Künstler sich um Musik dreht, alles andere verliert an Bedeutung. Aber auch das tägliche Leben muss bewältigt werden, wie die leidige Berliner Schulverwaltung durch Reinhold Grothe in Lebensworte eines Liebenden. Dem Kampf mit einer Krebserkrankung stellte sich Renate Zimmermann in Platzverweis für eine Erbse.

Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Zeit- und Lebensreise in eine hoffentlich gutes Neues Jahr. Die Planung unserer Programme für 2015 veröffentlichen wir im Januar

Die Zukunft der Kohle- das wird teuer und unbequem schreibt der Berliner Tagesspiegel am 24. April. Endverwaltet Deutschland wieder die Zukunft?

In der vollbesetzten litauischen Botschaft wurde am 23.4 das Buch von Joseph Kazickas präsentiert Wege der Hoffnung ISBN 978-3-940862-74-7 auch als E-Book 978-3-945610-20-6 . Beide Übersetzer sowohl vom Litauischen ins Englische, Valdas Bartasevicius als auch Erdmute Lapp vom Englischen ins Deutsche stellten die Geschichte dieses Buches vor, die ungewöhnliche Lebensgeschichte eines Aufsteigers vom litauischen Emigranten zum wohlhabenden Geschäftsmann, in den Vereinigen Staaten und späteren Wohltäter Litauens.

(Bibliothek, Information und Dokumentation)

Walther Umstätter

Am 30.10.2014 beim BAK (Berliner Arbeitskreis Information), anlässlich der Lesung von W. Bredemeier, aus seinem Buch „Anti-Heimat-Roman“ in der Bibliothek TU /HdK Berlin im Volkswagenhaus)

Vorwort Als im Oktober 1989, über 20 Jahre nach ihrer Gründung die Bibliothekarische Auslandsstelle des ehemaligen Deutschen Bibliotheksinstituts eine Gruppe leitender Bibliothekare aus Ost- und Mitteleuropa in die Bundesrepublik für ein Fachseminar mit anschließender Studienreise eingeladen hatte, war das ein- und erstmalig. Jeder einzelne Teilnehmer musste noch über die betreffende Botschaft eingeladen und mit einem Visum ausgestattet werden. Die Gruppe besuchte auch den Dokumentartag in Bremen. Schweigend und mit zunehmenden Erstaunen nahmen sie an einer Sitzung teil, die von dem Vertreter des damaligen BMFT beherrscht wurde, mit dessen finanzieller Förderung das damalige hochgelobte Programm zur Informatisierung der Bundesrepublik ins Leben gerufen worden war. Aber nicht nur sie schwiegen, sondern auch die Teilnehmer. Ein tschechischer Kollege flüsterte mir leise ins Ohr, das ist ja wie bei uns. ----Bis ein junger Mann das Wort ergriff und auf das nahe liegende hinwies, dass ein solches Programm die Infrastruktur entbehrte und dass dies nicht ohne die Bibliotheken so bewältigen sei. etc…….Es war Herr Umstätter. Gedankt hat ihm keiner diesen Mut, aber er ist heute noch da, mit hörbarer Stimme, während alle die anderen Anwesenden, die Mitglieder des Instituts Dokumentation, die Mitarbeiter der GMD etc. verschwunden sind. 

Die Attacken gegen das Abkommen der EU mit den USA (TITTP) richten sich nicht nur gegen die Einführung von Chlorhühnchen. Es handelt sich nämlich nicht, wie die Politik sagt, nur um ein Zollabkommen, das den Men¬schen durch einen leichteren Handel Glück und Wohlstand bringen wird – sondern es ist auch ein Clash der Buch- und Lesekultur.

Wie die beiden kroatischen Wissenschaftlerinnen Horvat und Zivkovic in ihrer Veröffentli-chung „Zwischen Öffentlich und Privat“ heraus stellen, ist das Buch für Europäer zugleich Kulturgut und Wirtschaftsfaktor, für die US- Amerikaner jedoch, ausschließlich ein Wirtschaftsfaktor. Eine Förde¬rung des Buches, der Kultur und Wissenschaft, ist für die USA einzig Sache der Bibliotheken. Dies ist in Deutschland und Frankreich nicht in diesem Maße der Fall. Beide Länder beein¬flussen die Buchpolitik. Frankreich eher durch ministerielle Einrichtungen wie z.B. die „direction de livre“ und Deutschland durch bestimmte Maßnahmen, wie zum Beispiel die Buchpreisbindung, den ermäßigten Steuersatz, durch die VG Wort, ermäßigte Postgebühren und letztendlich auch durch das Büchergeld für Professoren.

Der Bibliothekartag in Bremen vom 3.-6. Juni stand unter dem Motto Bibliotheken: Wir öffnen Welten. Wie zur Bestätigung verteilte der Weltverband der Bibliotheken, IFLA einen Trendreport und definierte auf einer Seite fünf der weltweiten digitalen Trends, die das Informationsumfeld verändern werden. Das ist mutig, denn eine rapide zunehmende Verunsicherung zeigt, dass die gegenwärtige Entwicklung völlig anders ist als wir uns das vorgestellt hatten und wie es auch divers, aber mit großer Häufigkeit, vorausgesagt worden war. Daher war es sehr gut, dass der Bibliothekartag nicht nur neue Themen anschnitt, wie Crowdfunding, eine Antwortaktiver Menschen auf ein immer undurchsichtiger und bürokratischer werdendes Fördersystem sondern auch Themen genügend Raum gab für eine ausführliche Betrachtung und Urteilsbildung wie z.B. das e-book , das immer noch einen kleinen Prozentsatzes des Buchumsatzes darstellt aber deren Ausleihe in den Bibliotheken auf viele Schwierigkeiten stößt. Wenn man hört, dass der kluge Verbund aus Hessen durch die Regularie, dass ein e-book nur einmal zur gleichen Zeit ausgeliehen werden kann, sich gezwungen sieht, 67 Kopien anzuschaffen, damit wenigstens eine Kopie jedem Mitglied des Verbundes zur Verfügung gestellt werden kann, sieht man sich um Jahrzehnte zurück versetzt. Vor mehr als 50 Jahren warteten immer eine große Bande von Jungen zwischen 10-und 14 auf die Öffnung der Jugendbibliothek in Offenbach /Main, um dann in einem Olympia verdächtigen Sprint ein Karl May Buch zu erobern, von denen es nur 5 gab. Jetzt könnten wir mit einem Knopfdruck 100 Exemplare ausleihen! So stehen der Ausbreitung des e-books und besonders der Verleihung- den Unterschied zwischen verleihen und vermieten muss heute jeder Bibliothekar verinnerlichen,- Marktinteressen und juristische Bedenken entgegen- das ist schade. Zwar nicht den alten Beständen, wie das beliebte Buch von Lydia Janotta Mach dich aus dem Staub, Staub und Schmutz in Bibliotheken beweist, nur sollte vor lauter Konzentration auf Trends und steigende Nutzerzahlen die Ziele der Bibliotheken nicht aus den Augen verloren gehen, wie die Direktorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz leise andeutete. Die Zukunftswerkstatt zog wieder viele Besucher an, man wollte sehen und ausprobieren. Aber auch hier der erschütternde Bericht der amerikanischen Kollegin aus Chattanooga, Tennessee und die Furcht der öffentlichen Bibliotheken, dass die bröckelnde demokratische Basis der Vereinigten Staaten auch die Öffentlichen Bibliotheken bedroht. Wenn Trend 4 sagt inhyper-vernetzten Gesellschaften verschaffen sich neue Stimmen und Gruppen Gehör oder Trend 5 Transformation der weltweiten Informationswirtschaft durch neue Technologien schimmert in diesen Sätzen etwas von der radikalen Veränderung durch, deren soziale Umwälzungen und Auswirkungen uns nicht bekannt sind. Dem Bibliothekartag ist hoch anzurechnen, dass er diesen Trends Stimme und Raum gab. Ein wirklich informierender fortbildender Bibliothekartag, ich wünschte nur, ich könnte zum Verzweifeln eingeschlossene Finanzbeamten mitschleppen, die absolut nicht einsehen wollen, warum ein kleiner Fachverlag auf einen Kongress seines Faches fahren muss. Es fehlt immer noch an der Imagebildung. Aber dafür muss man sich öffnen und wenn es der oberste Kragenknopf ist.

Michael Haufe, ein Freund und to be Autor des Verlages starb gestern am 11.Dezember an den Folgen eines Wespenstiches vom letzten Sommer. Herr Haufe las die wunderbaren Gedichte und Geschichten von Susanne Brandt auf der dem Buch Lauschen und Lesen beigefügten CD ISBN 978-3-940862-06-8 Mit seinem uns vorliegenden Manuskript, Ideen für eine multiversale Verfassung hat er viele Probleme, die jetzt am Horizont auftauchen oder denen wir schon konfrontiert sind, hellsichtig definiert. Wir sind sehr traurig, dass dieser kluge und ideenreiche Mensch von uns gegangen ist.

Aktuelles

Besitzen genügt nicht. Kulturelle Identität und kulturelles Erbe

Zur Diskussion: Beutekunst 

Nicht nur in den Zeiten des Kolonialismus wuchs mit der Eroberung der Welt durch die kolonialen Mächte der Raub kultureller Güter: In den Beständen der Vatikan Bibliothek befindet sich da schriftliche Erbe verschiedener Regionen und Nationalstaaten, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sind. Wie sehr um diese kulturellen Güter gerungen wurde, zeigt auch die end- und folgenlose Diskussion um das schriftliche Erbe Deutschlands und um Rückführung oder Verbleib in Russland. Das Thema wird aber auch durch die digitale Transformation des kulturellen Erbes aufgegriffen. Stephan Büttner: Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses. IDBN 978-3-945610-50-3

Mit Kulturgütern der Länder, die im Zuge der Kolonialisierung in Besitz genommen wurden, wurde nach der Eroberung durch die westlichen Mächte ein schwunghafter Handel betrieben. Das hatte auch mit der Entwicklung der Museen zu tun, die im 19 Jahrhundert, sehr oft entstanden als Raritätenkabinett der Landesherrscher zum Aushängeschild der Herrscher wurden. Sie wurden Teil der jeweiligen Repräsentanz. Sie waren auch das Motiv für Ausgrabungen und Forschungen. Dies wird zum Teil sehr deutlich an den Projekten des jungen Kaiserreichs Deutschland. Gleichzeitig waren Wissenschaftler und Forscher den Ergebnissen ihrer Forschungen tief verbunden, wenn man sich in die Geschichten dieser Forschungen vertieft braucht man nur an die Geschichte von H. Schliemann zu denken. Ohne ein tiefes Interesse an der jeweiligen Kultur waren diese Forschungen nicht denkbar.

Die Forschungen der französischen Professorin für Kunst und ihre Ausführungen zur kolonialen Beutekunst und europäischen Museen, in erster Linie französischen und deutschen, haben nun die Diskussion um Museen und ihre Bestände aus den kolonialen Ländern eine neue Dimension gegeben. Wie sehr damit auch das ganze Umfeld in Mitleidenschaft gezogen wird, zeigen die Diskussionen um einzelne Vertreter dieser Epoche und ihre nationale Verwurzelung. Das Radio und hier der Deutschland Funk widmete dem Themenkomplex und allen damit verbundenen Fragen eine lange Sendung am Sonntag den 29.8., in der auch die komplexen Fragen, die mit der geforderten Rückgabe verbunden sind und die nicht nur rechtliche Fragen berühren: so hat z.B. Deutschland einen großen Teil der Kunstgegenstände von Großbritannien gekauft, die als Kolonialmacht ungleich aktiver war als Deutschland.

Diese Diskussion, wie viele der in den Medien geäußerten Meinungen warf die Frage auf, nach Sinn oder besser Ziel dieser Diskussion. Denn sie unterscheidet sich in der Zielrichtung nicht grundsätzlich von dem, den die Beutezüge bewegt haben. Es geht um Besitz. Dies trifft auch auf die Jäger der Räuber zu: Die Beninbüsten, diese wunderschönen geheimnisvollen Abbildungen eines vergangenen Königreiches konnten jederzeit im Ethnologischen Museum in Dahlem besichtigt werden. Es ist uns von keiner Zeit berichtet wurden, an denen diese Ausstellung wegen Überfüllung geschlossen wurde.  Geht es also wieder nur um den Besitz? 

Museen und ihre Ausstellungen sollen Kommunikationsorte sein. Nicht der Besitz von Kunstwerken oder Materialien die uns die Kultur des fremden Volkes vermitteln, berechtigen die Ausgaben dafür, sondern die Kommunikation mit dem Fremden, die damit beginnen soll. Es geht um das Leben mit und durch den Gegenstand. Moderne Kunst bringt das oft ungeschönt zum Ausdruck, wenn der Besucher diese Kommunikation beginnt.

Man hat im Humboldt Forum das berühmte Phonogramm- Archiv geteilt in Gegenstände und die Dokumentation seiner Musik. Damit ist eingetreten, was schon lange Zeit befürchtet wurde und was in Reinform den europäischen und eingeengten Blick rechtfertigt, den ein so schönes Museum wie das Humboldt Forum schon jetzt alt aussehen lässt. Die Gründer des Phonogramm-Archivs, die vor   den Nazis in die USA flohen, ging es um die Welt und Weltläufigkeit im besten Sinn, um Verständnis einer fremden Kultur, um die Kommunikation der Kulturen untereinander. Die Musikethnologen haben grundsätzlich und sehr korrekt die außereuropäischen Musikinstrumente beschrieben. Diese Kenntnis ist wichtig aber sie vermittelt nicht die Berührung durch einen Sänger und Lautenspieler, wie Dahab Khalil aus Nubien: Artur Simon: Kisir und tanbura – Dahab Khalil ein nubischer Sänger von Sai, im Gespräch mit Artur Simon aus Berlin ISBN 978-3-940862-34-1. Der Anblick seiner Laute und besonders die Informationen über ihre Verbreitung vermittelt erste Informationen über diese Musik, aber ihre Stärke und Kraft vermittelt sie über den Gesang, in den Liedern spricht eine Kultur zu uns.

  Es werden keine Gegenstände und Kunst mehr geraubt, aber wer weiß heute schon, dass mit der Zerstörung von Aleppo ein lebendige Musikzentrum zerstört wurde, R. Royl Die Realisierung des Ataba in Syrien ISBN 978-3-945610-58-9. Dies geschah heute und ist dem Raub eines Gegenstandes nicht vergleichbar. Es wurden nicht Gegenstände weggenommen, die eigentlich nur der Beginn einer Kommunikation sind, sondern eine ganze Kultur, sowohl heute als auch in der Geschichte wurde hier in Aleppo zerstört und sie kann nicht wieder aufgebaut werden und kann auch nicht zu uns mehr sprechen.

Wie die Veröffentlichung: Ethnomusikologie Aspekte, Methoden und Ziele (A-Simon, ISBN 978-3-940862-07-5) zeigt, fehlte es der Musikethnologie lange Zeit an grundlegende Methode dieser Wissenschaft, auch eine Folge der allgemeinen Musikwissenschaft in Deutschland und ihrer Betonung eines klassischen Corpus und Ansehen. Es ist zwar Jahre her, dass der Leiter des Phonogramm Archivs den Auftrag erhielt, über einer Neugestaltung des Musikinstrumenten Museums nachzudenken, aber sein Vorschlag, Instrumente des Museums, der Abteilung für Musikethnologie mit der Sammlung des Musikinstrumentenmuseums zusammenzuführen, waren der Anlass für ein Schreiben, dessen Erschütterung ihm psychisch fast das Leben gekostet hätte. Dabei hätte man dadurch eine Weltläufigkeit geschaffen und demonstriert, die wir heute im Humboldt Forum so schmerzlich vermissen. Die Gelegenheit hier zum Beispiele die Verbreitung der Laute oder Laier zu zeigen, hat man nicht einmal in Betracht gezogen. Man zog sich lieber auf die historischen Bezüge zurück.

Daher ist es eigentlich folgerichtig, dass die Zentral und Landesbibliothek keinen Platz mehr im, Humboldt Forum fand. Sie ist für keine Klasse gedacht und dient der Aufklärung und dem Wissen der Allgemeinheit. Das war folgerichtig. Die Allgemeinheit hatte im Humboldt Forum keinen Platz. Dabei vergaß man, dass auch im Barock die ersten Fürsten dieser Allgemeinheit Raum gaben und die ersten Lernräume in der Gestalt von Bibliotheken schufen, in der Überzeugung, dass reine Repräsentation ohne Wurzeln bleibt. Dies scheint sich bis Berlin nicht herumgesprochen zu haben. Berlins Schielen nach dem Tourismus trägt hier faule Früchte. Und dies zur Zeit der grassierenden Fake News. Nicht nur schade, sondern gefährlich.

Warum gilt Aufklärung als fundamentalistisch? und weiter: Aufklärung und Freiheit sind Ideen, die an ihren Ansprüchen scheitern.

Hanna Arendt, der glühenden Verteidigerin der Freiheit Die Freiheit, frei zu sein, München 2018, hätten diese Aussprüche nicht gefallen, wohl aber eventuell den Wahlbeteiligten im Osten der deutschen Republik, die heute mit den immer deutlicher werdenden Brüchen zwischen Ost- und Westeuropa konfrontiert werden.


Der Tagesspiegel vom 30. Mai: „Das Gewand der Königin. Europa Regina zeichnet ab dem 16. Jahrhundert eine Westorientierung der Mächte“, die auch nach dem Abbau der festen Grenzen nach 1989 wieder zum Vorschein gekommen sind. Der Optimismus, mit dem die EU-Erweiterung begann, ist einer Grundskepsis gewichen, die nicht allein dem wirtschaftlichen und sozialen Bruch galt, der dieser Erweiterung folgte, sondern auch keine europäische Einigung unmittelbar einleitete. Liberalismus und Demokratie haben kein unmittelbares Erbe in den Staaten des ehemaligen Ostblocks und haben dem Demokratieüberdruss, dem Nationalismus und dem Aufkommen neuer Potentaten von Urban bis zur Pispartei in Polen den Boden bereitet. Aber nicht nur im Parteiengeflecht des ehemaligen Ostblocks schälen sich neue Machtpositionen heraus. Auch die Kräfteverhältnisse innerhalb der EU können sich verändern und damit Erneuerungen in Administration und Gesellschaft notwendig machen. Peripherie und Zentrum stehen sich gegenüber und bieten gleichzeitig die Identität allen den Staaten an, die jetzt, und eventuell vorübergehend, oligarchische Strukturen bevorzugen und damit alle Staaten entlasten, die sich mit Freiheit und Verantwortung überfordert fühlen.


Dabei war der Kampf dieser Staaten um Freiheit und europäische Zugehörigkeit nicht trivial. Der Garten der zerbrochenen Statuen (ISBN 978-3-945610-40-4) zeichnet den erschütternden Weg, den die Zensur durch die Bildung des russischen Staates genommen hat. Wir gehen davon aus, dass dieses Buch in der Gegenwart eine Fortsetzung schreibt. Wege der Hoffnung (ISBN 978-3-945610 20-6) ist nicht nur die Lebensgeschichte eines litauischen Intellektuellen, der sein Glück in den USA gemacht hatte, es ist gleichzeitig eine Hommage an den unbekannten deutschen Soldaten, der einst die Familie aus dem brennenden Dresden rettete. Immer wieder scheint der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung diese Erzählungen zu leiten, aber gleichzeitig sind die Kräfte für den Aufbau einer Demokratie bzw. Liberalität nicht sichtbar. Der Wunsch nach wirtschaftlicher Erholung und Beteiligung ist mit Händen zu greifen, es fehlt aber der Wille zur Teilhabe und Gestaltung jenseits der Schilderung der persönlichen Notlagen und Ängste.

Aufklärung war die Grundlage des preußischen Staates, als der versuchte, sich aus dem Geflecht eines Obrigkeitsstaates zu befreien. Dies ist ihm sehr spät, wenn überhaupt, gelungen. Deshalb sollte die Bundesrepublik schon aus dieser Tradition heraus, in ihrem Erbteil Verständnis für die autoritären Strukturen der europäischen Staaten an der Peripherie aufbringen, aber auch gleichzeitig alle Möglichkeiten mit entwickeln, die eine solche politische Zukunft verhindern.   

Mythos Lesen - Mythos Buch

Mythos Lesen - Mythos Buch

Machen Sie mit!

www.nationaler-lesepakt.de, eine Zusammenarbeit der „Stiftung Lesen“ und dem „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“, ist der Wochenzeitschrift Die ZEIT eine ganze Seite wert.

„Lesen- eine wahre Superkraft. Lesen eröffnet uns die Welt. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark. Das Ganze illustriert mit einem Jungen, verkleidet als Superman und somit passend für die Zielgruppe nicht nur der Eltern, sondern auch der „Jungen, die in der Gruppe der Nichtleser besonders zahlreich vertreten sind.“

Der Nationale Lesepakt wartet mit einem großen Angebot an Veranstaltungen und Preisen auf. Er liest sich wie das Who is Who aller Bücher- und Lesemenschen, die sich in diesem Land kraft ihres Amtes, ihrer Überzeugung und ihrer Ängste zusammengefunden haben, zu einem Zeitpunkt, da das geschriebene oder gedruckte Wort immer weiter an Resonanz verliert, um den Mythos Lesen und dem Buch die Stellung zu erhalten, die diese offensichtlich verlieren.

Der nationale Lesepakt ist die gebündelte Kraft eines ganzen Landes, dem Lesen die Superkraft zu bewahren bzw. möglichst zurückzugeben. Es ist nicht die erste Initiative für das Lesen. Als vor fast 50 Jahren die US-amerikanischen Wirtschaft in einer Untersuchung die Höhe der Mittel feststellte, die ihr durch die fehlende Lesefertigkeit ihres Personals in Handwerk und Betrieben verlorengingen, begann sie eine Kampagne, die an Umfang und Tiefe der jetzigen hier in Deutschland in nichts nachstand. Obwohl sie großzügig Mittel gerade in die kommunalen Bibliotheken spülte, war der Erfolg damals in den USA begrenzt. Steht dem deutschen Lesepakt jetzt ein vergleichbarer Misserfolg ins Haus?

Als vor fast zwanzig Jahren eine Untersuchung über den Einsatz digitaler Informationsmittel in der Lehre die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machte, dass die Lehre in analogen Bahnen verlief und die Studenten in dem Einsatz digitaler Informationen nicht geschult wurden und diese entsprechend auch nicht nutzten, wurden diese Studien weder gelesen noch in Handlungen umgesetzt. Auch wenn die heute Studierenden die Veranstaltungen mit dem Smartphone bzw. Tablet begleiten, so liest sich das gegenwärtig auf allen Kanälen geäußerte Bedauern über das digital rückständige Deutschland wie eine Abschrift dieser früheren Studien.

Die von Klaus Benesch vorgelegt Untersuchung über Buchkultur und Geisteswissenschaften im Informationszeitalter (Bielefeld 2021) nimmt einen anderen Standpunkt ein als die dem Lesepakt zugrunde liegenden Überlegungen. „Wie wir lesen“ versucht die Geschichte und Rahmenbedingungen, und damit den verschiedenen Ausprägungen dieser Kulturtechnik, auf den Grund zu gehen. Benesch fasst damit nicht nur Untersuchungen und Ergebnisse der früheren Jahre aus verschiedenen Institutionen und Kongressen zusammen, sondern gibt durch den Hinweis, dass die Krise des Buches bereits in der Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Ausgang nahm, als das Buch sich nicht nur einer elitär-gutbürgerlichen Gruppe öffnete, sondern immer mehr zum Allgemeingut „verkam“, dem Thema eine ganz neue inweis, Blickrichtung.

Mit der kurzen Erwähnung, dass gegenwärtig die Lesekultur der Jugend völlig andere geschult ist als vor Jahren, dass es also sein kann, dass wohl gelesen, aber anders und anderes gelesen wird, zeigt die Notwendigkeit zur Änderung der Blickrichtung.

Es kann ja sein, dass die Angebote, die heute gemacht werden, wohl eine leicht pessimistische Haltung gegenüber dieser Kulturtechnik verstärken, aber damit der Lesemotivation der Jugend nicht förderlich sind. Warum, fragt man sich, werden die Ergebnisse der Bundesligaspiele nicht nur gelesen, sondern auch im Gedächtnis verankert?

„Lauschen und Lesen“, deren Gedichte einer Veranstaltung einer kleinen Jazzgruppe dienten, zeigte, wie man Lesen und Hören oder Hören und Lesen an den Mann bringen kann. Es ist ein Umdenken gefragt, damit wieder gelesen wird oder besser noch, damit wir den richtigen Eingang zum Lesen wieder finden.

Aktuell ist Stille. Wir planen für die Zukunft

Die hoch angesiedelte Konferenz Digitale Wissenschaft (Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland 20.09.2010 in Köln, OPUS 4 | Digitale Wissenschaft - Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung in Deutschland (hbz-nrw.de) endete mit dem Schlusswort: „ … dass uns bei all den Diskussionen ... derzeit noch keine echte, d.h. virtuelle, Alternative zu einer Tagung eingefallen ist, kein Tool, keine Technik, die das gemeinsame Diskutieren und Erleben, die viel zitierten Gespräche in der Kaffeepause ersetzen kann …".

Bibliotheken haben sich relativ spät auf ihre Aufgabe als Zentrum der Kommune besonnen. Sie haben sich als Bücherschrank für jedermann, als Lernort und als Bildungseinrichtung definiert, ohne diesem Anspruch wie Karsten Schuldt nachwies, praktisch nachzukommen. Erst der in deutscher Übersetzung publizierte Aufruf von David Lankes, „Erwarten Sie mehr“, der ein lebhaftes Echo in der Kulturstiftung der Länder fand, wies der Bibliothek die Aufgabe zu, Mittelpunkt der Kommune zu sein. (s.a. „Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte“ unter Die andere Bibliothek - Brief an eine Altbekannte - Magazin 30 | Kulturstiftung des Bundes (kulturstiftung-des-bundes.de). Dabei wurde diese hier angesprochene Kommune weder rechtlich noch politisch eingegrenzt: Menschen, die sich nachbarschaftlich, mit einer Aufgabe, regional oder lokal, vernetzen wollen, sollten die Bibliothek als Zentrum ihrer Kommune ansehen. Mit dieser Aufgabe wurden auch die über die Entwicklung der letzten Jahrhunderte in den Bibliotheken getroffene Einteilung in Öffentliche oder Wissenschaftliche oder welche Unterschiede auch immer herausgestellt und gewünscht waren, in die zweite Reihe verwiesen.

„Im Schnittpunkt von Buchökonomie und Buchkultur stehen die Auswirkungen der Digitalisierung“, sagt die Professorin der Erlanger Buchwissenschaft Ursula Rautenberg. Es sieht aber zurzeit so aus, als ob dieser Schnittpunkt verloren zu gehen droht, weil die Angebote derzeit nur aus Digitalierungsvorhaben bestehen: mögen es Konferenzen und andere digitale Treffen, Fortbildungen oder Informationsangebote sein. Es war eine sehr mutige Entscheidung, die Buchmesse in Leipzig im Frühjahr 2021 abzusagen, weil, wie Oliver Zille es sehr klar ausdrückte, eine Messe eine Begegnung auf den verschiedenen Ebenen erfordert und dieses digital nicht möglich ist. Dem stimmen wir zu, obwohl uns diese Absage aus vielen Gründen sehr geschmerzt hat.

Was wird aus einer Buchwissenschaft ohne Buch?“ fragt die Erlanger Buchwissenschaft. Und wir können uns nicht des Eindrucks erwehren, dass die Vorherrschaft des Digitalen, dem sehr oft die Aura des Modernen anhaftet, durch die Aufholjagd des Buches in kleinen Buchläden leichte Risse bekomme hat. Auf der Ebene des Politischen hat dies Sorge auslöst, wie die Gründung eines nationalen Lesepaktes (Lesen eröffnet uns die Zukunft. Und unseren Kindern eine gute Zukunft. Dafür machen wir uns stark) zeigt. Dabei findet die Gründung dieser Stiftung ihr Pendant in Russland, getragen von ähnlichen Sorgen, dass die Beschäftigung mit einem Buch und einer Geschichte wohl andere Teile unseres Gehirns anspricht als eine permanente Beschäftigung mit elektronischen Nachrichten. Dies sagen wir hier auch angesichts einer permanenten pädagogischen Bedrohung der Kinder durch übermäßigen Fernsehgenuss bzw. Bildschirmkonsum in der Vergangenheit, der sich jetzt als erforderlich erweist.

Wie sehr Bücher zum guten analogen Leben beitragen können zeigen u.a. „Guten Tag - haben Sie Bücher“, dieses kleine Büchlein, das das Leben in der Stadtbücherei Marzahn nachgezeichnet hat, und sich als Bestseller erwies, wie auch die sanfte Satire „Ich bin ein Bibliothekar“ über einem Bibliothekar, der seinen Beruf als Partner des Lesers über alles liebt und aufgeben soll, zugunsten eines unnötigen Programms intellektueller Beschäftigung.

„Verantwortung für alle“ lauten jetzt schon die Forderungen, die auf tiefgreifende soziale und ökonomische Veränderungen hinweisen, die uns das Abflauen der Epidemie und ein Ende der Stille bringen werden. Den Bibliotheken wird dabei eine große Verantwortung zufallen, die sie auch einfordern sollen. Mit dem Sammelwerk: „Bibliotheken.Wegweiser für die Zukunft. Projekte und Beispiele“ zeigen sie, dass sie das können, man muss sie nur lassen und fordern (erscheint im 2. Halbjahr 2021). 

Rainer Kappe

Kollege, Freund und Berater - RIP

Als das Deutsche Bibliotheksinstitut zu Begin des neuen Jahrhunderts unterging, versuchte Rainer Kappe in dem Chaos zu retten, was noch zur retten war und den vielen Kollegen wenigstens den Hauch einer Zukunft zu vermitteln. Er selbst erhielt eine gute Zukunft im Jüdischen Museum. Dort sahen wir uns wieder. Er war zusammen mit anderen Autor und Herausgeber für Das Tagebuch des Klaus Seckel. ISBN 978-3-940862-14-3. Er beriet den Simon Verlag für Bibliothekswissen während des schwierigen Beginns seiner Tätigkeit und illustrierte einige der neuen Publikationen.  Rainer Kappe begleitete uns über viele Jahre. Wir werden ihn nie vergessen.

Ich bin ein Bibliothekar

Gotthold Ephraim Lessing war einer. Er gab der Wolfenbüttler Bibliothek das Gesicht eines Lern- und Wissenszentrums. Antonio Panizzi formte das British Library Museum zu der effektiv arbeitende British Library um und gab ihr ein prägendes Gebäude. Benjamin Franklin mit seinen Vorschlägen zur Systematik förderte die Gründung öffentlicher Bibliotheken in Frankreich und Gallardo legte die ersten Grundlagen für ein von Aufklärung und Liberalismus getragenem Bibliothekswesen in Spanien. Leider musste er diese Ideen mit zeitweiligen Gefängnisaufenthalten bezahlen, anders als bei der Bibliothek für Ausländische Literatur in der Sowjetunion, in der eine große Anzahl verdächtiger Intellektueller für Jahre Arbeit und Schutz vor der Perestroika fanden. Die Lebenskrise der Bibliothekare in der Bundesrepublik wurde von Rainer Strzolka traurig und komisch dokumentiert in: Der Bibliothekar – ein Monodrama, von den slowenischen Kollegen mit Vergnügen übersetzt.  

Bibliotheken bildeten immer den Hintergrund kultureller Blüte, wie die Übersetzungsschulen in Toledo, die gleichzeitig die ersten Leihzentralen bildeten und damit die Klöster des frühes MA mit Wissen und Möglichkeiten des Studiums ausstatteten. Daher ist es kein Wunder, dass die Bibliothek von Alexandria vor einigen Jahren neu aufgebaut, zu einem nationalen Erbe Ägyptens wurde, die in der Revolution vor einigen Jahren von allen Bewohnern geschützt wurde, wie David Lankes in Erwarten Sie mehr, 2017, berichtete.

Es waren Bibliothekare, die im Hintergrund, sehr oft intensiv ihrer Aufgabe verpflichtet, in das Zentrum des Interesses rückten. Graue Maus oder Literaturluder - das Bild der Bibliothekarin in der Belletristik ausgewählter Länder nennt Cornelia Fix ihre 2008 erschienene BA-Arbeit. Dieser Trend wurde durch Veröffentlichungen und andere Medien verstärkt, die das Bild der Bibliothekarin zeichneten, sehr oft mit einer leicht negativen Tendenz, altmodisch, nicht zeitgemäß, oft komisch. Hemdesusen, diesen Titel erhielten sie in einem Bericht über einen Kongress öffentlicher Bibliotheken in den 50er Jahren.

Veröffentlichungen und Kommissionen über das Berufsbild folgten auf Kongressen und Tagungen. Altmodischer Habitus bestimmte den Ton des Unzeitgemäßen dieser Berufsgruppe von der Kritik bis hin zur persönlichen Beleidigung. Als die Informationswissenschaft begann, die Informationsvermittlung zu erobern, und Ideen eines sich lohnenden Marktes das erste große staatliche Förderprogramm in der Bundesrepublik bestimmten, nivellierte sich in vielen Ländern weiter der Ruf der Bibliotheken zu veralteten unbrauchbaren Einrichtungen, besonders des Personals, das diesem neuen Zeitgeist und rapiden Entwicklung nicht gewachsen sei.

Der smarte Manager hielt Einfluss. Eingangs heftig beklatscht, wie der unglückselige Manager von Bertelsmann mit seinem Preisgesang auf die totale und kontrollierte Beherrschung der geistigen Welt, besonders der Musik, durch das Internet in einer internationalen Tagung in Berlin in den 90er Jahren.

Guten Tag - haben Sie Bücher dagegen, dieses Tagebuch einer öffentlichen Bibliothek in Berlin-Marzahn, zeichnet die unermüdliche Informationsarbeit seines Personals für jedermann bis hin Einrichtung von Schreibwerkstätten.



Und nun diese Satire.

Christer Hermansson: Ich bin ein BIBLIOTHEKAR!


Eine scheinbar altbackene Beschreibung eines Menschen, der diesen Beruf liebt und mit ihm tief zufrieden ist. Administrativen Aufgaben wie Rechnungslegung etc. unterzieht er sich ohne Widerspruch. Nur die Absurdität der neuen Aufgaben einer smarten Managerin unter der Zerstörung seiner für die Bibliothek so wichtigen Kompetenzen erkennt er nicht. Oder doch???

Die neue Managerin erreicht schnell ihr Ziel...

Wir wollen den Autor, Christer Hermansson, nach Deutschland einladen für Lesungen und Begegnungen. Er spricht Deutsch. - Wir suchen dafür Partner und Mitstreiter - Termin offen (Dank Corona).

Spannend verspricht das Gespräch zu den verpassten (oder politisch nicht gewollten?) Chancen für Bibliotheken während der Corona-geprägten Zeit zu werden.

 

Kontakt und Bestellungen:

Telefon: 030 44739675

per email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Fake News und wir. Neue Formen der Macht und des Wissens

Vor einer Dekade veröffentlichte die junge Bibliothekarin und Pädagogin Eva Homeyer Informationskompetenz in Grundschulen. Probleme und Perspektiven für Schüler und Lehrer, ISBN 978-3-940862-03-7. Das Buch war hervorragend recherchiert, sehr gut geschrieben und erhielt auch ausgezeichnete Kritiken. Es wurde nicht verkauft, daher nehmen wir an, dass es nicht gelesen wurde.    
   

Fake News, Propaganda und Desinformation im Digitalen Raum, ISBN 978-3-945610-55-5 nennt Johannes Elia Panskus sein Buch, das auf der Büchermesse in Leipzig 2020 vorgestellt werden sollte. Eine Entwicklung von 10 Jahren im Vergleich zu dem Buch von Homeyer, bei der Digitalisierung ein Lebensalter, was eigentlich Fortschritte aufzeigen sollte und doch mit der Coronakrise das ganze Elend der Digitalen Entwicklung in diesem Land nur anhand dieser einen Publikationen vor Augen führt. Mangelnde Ausstattung mit Hardware sowie eine fehlende Integration in den Unterricht, die die nicht wahrgenommene Verantwortung auf den Schultern einiger leidenschaftlicher Nerds ablegte, die aber weder durch eigene Weiterbildung noch durch Unterstützung der Schulleitungen, mögen es die Schulen selber oder deren höheren Funktionen sein, umgesetzt wurde. Politische Digitalpakte helfen dann wenig, wenn nicht der Erwerb der digitalen oder Informationskompetenz als Zielvorgabe definiert und verfolgt wird.

Die Coronakrise brachte es an den Tag, als von heute auf morgen Kinder mit Hilfe der elektronischen Medien unterrichtet werden sollten und es bedurfte dem Beispiel einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, in der der Unterricht wirklich in dieser Art stattgefunden hat. – Ohne Eltern und ohne genervte Kinder. Der Ministerpräsident von Thüringen will weitere Lockerungen der Corona-Verbote, um die Wut der Mitbürger und die Flut der Fake News einzudämmen. Was für eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Fake News sind nicht Folgen einer Wut, sondern Folgen mangelnder Ratio und wie die Familienministerin bei der montäglichen TV-Sendung von Hart aber fair sagte, die sogenannten digital natives können das Internet in ihrer Tiefe und Breite nicht nutzen, es sind digitale Verbraucher, die amazon jetzt einen Riesengewinn bescheren, aber nicht die Informationsquellen nutzen, die den fake news den Boden entziehen würden.


Mit der Aufklärung der Neuzeit bekam der Glauben an Teufel und Hexen neuen Auftrieb, manchmal auch genutzt von der Kirche, um Menschen in ihrem gehorsamen Unglauben zu lassen. Wenn die Kirche auch damals geglaubt haben mag, ihre Macht auf diese Art zu bewahren, es war ein Irrtum.  Der Staat von heute möge es die nationale, kommunale oder Länder-Ebene sein, deren Interesse dem Machterhalt oder Zuwachs gilt,  sie sollte diesen Irrtum nicht verfolgen. Es hört sich einfach an und verliert doch durch die Wiederholung jede Wahrheit. Fake News, irrige Ansichten lassen sich nicht durch einmalige Gespräche aus der Welt schaffen, sondern nur durch Informationen, den rechten Zugang zu ihnen und den Umgang mit diesen Werkzeugen. Mit Zwischen Informationsflut und Wissenswachstum – Bibliotheken als Bildungs-und Machtfaktor der modernen Gesellschaft wies W. Umstätter schon vor Jahren auf diesen Paradigmenwechsel in der Macht hin, und verknüpfte ihn mit der Forderung nach einer neuen Infrastruktur, auch den Wechsel und die neue Wertigkeit, die Information und Wissen mit sich brachte und bringt. Dies hat sich nun erneut bewahrheitet. Corona bringt es an den Tag. Dies  wurde nicht nur von einem Teilnehmer des oben genannten Hart aber fair in das Publikum getragen. Viele Mittel für die Lufthansa (wenn auch nur als Kredit), aber anscheinend immer noch keine für die Zukunft. Wie wird unsere Zukunft aussehen, wer wird sie sichern?


Ungeklärte Fragen und keine Antwort.              

Unsere Autoren- eine Hommage des Simon-BW-Verlages

Der Simon-BW- Verlag wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Das ist nicht alt. Er ist immer noch der Benjamin im Vergleich zu vielen älteren und größeren Verlagen. Wir wollen auch die Schwierigkeiten kleiner selbstständiger Verlage durch keinen Bericht unseres Kampfes ums Überleben ergänzen, sondern wir wollen dem Fundus unserer Arbeit, unser Zentrum, unsere Überlebensbasis, den Quell unserer Freude in unserer täglichen Arbeit in den Mittelpunkt dieser Chronik stellen, unsere Autoren.

Weiterlesen ...

Stephan Büttner

Wie sich die Informationswissenschaft in der digitalen Transformation behauptet

Zwei vielversprechende Ansätze, um sich immer wieder neu zu etablieren

Stephan Büttner (Hrsg.), Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses - Antworten aus der Informationswissenschaft, Simon Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2019.

Weiterlesen ...

Information Literacy darf nicht nur ein Traum sein.

Open Access hieß die Devise, als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information Literacy wurde gefordert, damit alle nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten. Aber schon vor mehr als zwanzig Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich Ebert Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Aktuell ist deutlich geworden, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch und Desinformationen verfälschen die Räume und Träume vom barrierefreien Open Access.

Weiterlesen ...

Fake-News: Fehl-, Falsch- und Desinformation

Open Access war die Devise , als das Internet die Hoffnung auf freien Zugang zu alles Informationen ohne Schranken versprach. Information literacy wurde gefordert, damit alle mit dem neuen Medium umgehen konnten und  nicht nur den Zugang zu den Informationen hatten, sondern auch im vollen Umfang nutzen konnten.

Aber schon vor mehr als 20 Jahren, damals belächelt von allen Informationssprofis, veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung einen Kongress zum Hass im Internet. Die Gegenwart zeigt uns heute, nicht nur Hass und Verleumdung, sondern Fehl-, Falsch- und Desinformationen  verfälschen die Räume und Träume des Open Access.

Schon Stefan Hauff-Hartig. Fehl-, Falsch- und Desinformationen aus dem Blickwinkel der Informationswissenschaften weist auf die Kenntnis des Kontexts  hin, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu entschlüsseln. Willi Bredemeier erfragt von Spezialisten und Hochschullehrern in Die Zukunft der Informationswissenschaft - Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft? Gegenwart und Zukunft, Perspektiven und Forschungsfronten als Folgen der Digitalisierung. Dies sind nur einige Punkte der hier vorgelegten Untersuchung.

Mit dem Sammelwerk Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses hat Stefan Büttner Antworten aus der Informationswissenschaft auf die Umwälzungen der Digitalisierung herausgegeben. Nicht nur Bibliotheken und Forschung, sondern auch Museen und  Institutionen stehen vor Forderungen einer neuen Zusammenarbeit, die von jedem digital literacy erfordert und damit die  früher geforderte information literacy dramatisch weiter entwickelt.  Diese information literacy wird nicht nur von einigen Institutionen und Wissenschaftlern gefordert, sondern von jedem einzelnen, damit er nicht verständnislos in einer Welt verloren geht, die sich dramatisch verändert.

amazon – Seien Sie sorgfältig!

Nicht jedes Buch, das Sie bei amazon bestellen, wird an den Verlag weitergegeben. Bestellen Sie direkt bei uns per Email oder auch telefonisch. Jedes Buch aus unserem Verlag wird Ihnen innerhalb eines Tages portofrei geliefert.

Die andere Bibliothek

BRIEF AN EINE ALTBEKANNTE von Richard David Lankes – als Vorbereitung für den Bibliothekartag Juni 2018 in Berlin und für die Zukunft

Liebe Bibi,

Du bist nicht die einzige Bibliothekarin, die sich Sorgen um die Zukunft der Bibliotheken macht. Entweder bekommt man gesagt, Büchereien seien altmodisch oder überflüssig geworden, oder man hört, dass Bibliotheken in Zukunft eher als eine Art Stadtteilzentrum fungieren sollen, eher Erlebnisse als Lesefähigkeit und Bildung vermitteln sollten. Du fragst Dich, warum wir eigentlich ein neues Bibliothekswesen benötigen, das die Rolle der Büchereinen - und Deine eigene - in einer modernen und diversen urbanen Gesellschaft neu denkt.

Weiterlesen ...