Mehr Schein als Sein----Menschliche Kommunikation zwischen Wahrheit und Lüge.

Mehr Schein als Sein----Menschliche Kommunikation zwischen Wahrheit und Lüge.

Aus dem Archiv einer Autorin erhielt der Verlag den 1894 erschienenen Roman Polnisch Blut, der es bis zu einer vielbeachteten Review sogar in Blättern der USA brachte. Bei dem damaligen nationalen Medienmarkt eine große Ausnahme. Warum? die dort erzählte Geschichte enthüllte die Ungerechtigkeit einer Zuordnung nach Klassen. Nicht der Adel, so sehr er auch in seiner Lebensart getadelt wurde, sondern Eifersucht und Neid innerhalb der Dienerschaft, wie es Nataly von Eschstruth spannend vor dem Leser ausbreitet: Polnisch Blut, ISBN 978-3- 940862-72-3. Auch die  Anfänge der Psychoanalyse : Hubert Grabitz Freud unterm Protokoll ISBN 978-3-945610-22-0 enthüllen, wie Eifersucht die ersten Debatten um diese neue Wissenschaft beherrschten und diese Anfänge besonders von denen erschwerten, die wir heute zu den führenden Gründern der Psychoanalyse rechnen. Aber dieses sind Beispiele der menschlichen Kommunikation, die diese erschwerten, oder wenn man an die Protokolle der Sitzungen mit Freud denkt sogar vernichteten, aber die politische Wirkung war begrenzt. Die Untersuchung von Marianna Tax Choldin Der Garten der zerbrochenen Statuen ISBN 978-3-945610-40-4 zeigt das Unheil, das entstehen kann, wenn ein ganzes Land unter dem Deckel der Zensur, der Lüge, gehalten wird. Auf den Spuren der Zensur in Russland nennt die Autorin diesen Bericht über die Zensur im Zarenreich bis zur Zeit des Umbruchs in den neunziger Jahren, von der wir heute wissen, dass sie wieder vergangen ist. Beeindruckend sind dabei nicht die Reportagen, die von den Menschen berichten, die das erste Mal erleben, wie sich die freie Aussprache und der ungehinderte Zugang zu den Informationen anfühlt und die Menschen verändert. Beeindruckend ist die Angst, die die liberale Autorin vor dem Zensor, den sie fast leibhaftig vor sich sieht, entwickelt. Obwohl sie seine Spuren nur in den Büchern sieht und findet, nimmt er Gestalt an und bedroht sie bis hin zur Angst vor einem einsamen Aufenthalt in der Bibliothek und den abgeschlossenen Beständen.

Allem Misstrauen, das wir entwickeln, zusammen mit der Frage, warum wehren sich die Russen nicht gegen diese brutale Zensur in ihrem Lande und dem vermüllten Zugang zu den Informationen, muss man die Haltung vieler Deutschen auch unter dem Nationalsozialismus entgegenhalten. Selten wurden alle Äußerungen Hitlers und seines Propagandaministers ehrlich mit Sachkenntnis, die man auch nicht hatte, hinterfragt. Es ist nicht untersucht worden, wie weit die Legende von der Wunderwaffe in Deutschland verbreitet war und den Glauben an eine letztendlich siegreiche deutsche Armee bis zum Schluss aufrecht gehalten hat. Die Menschen waren nicht informiert und sie wussten auch nicht, in welchem Maße sie von den Informationen und dem Zugang zu ihnen abgeschnitten waren.

Die Nachrichten, die wir heute von den Kämpfen aus der Ukraine erhalten, werden sehr oft, und dafür ist man dankbar, mit dem Statement eingeleitet, dass diese Nachricht nicht geprüft werden konnte. Das wird und würde auch jegliche Zensur, positive oder negative verhindern. Umso größer ist die Verpflichtung des Staates jedem Bürger diesen Zugang zu gewähren und dazu gehören richtige Bildungsangebote. Der junge Arzt, der die Patientin aus Ostasien anschrie, weil sie den Fragebogen nicht unterschrieb, weil sie ihn nicht verstand, ist dafür ein schreckliches Beispiel, dass der richtige Zugang gegen einen unaufhaltsamen Zugang an Bürokratie verdeckt um nicht zusagen vermüllt wird.

Bibliotheken sind dafür die richtigen Orte aber nur, wenn sie diesen Zugang gewähren und der ist  mit einem Hinweis auf die entsprechende Datenbank

nicht gegeben. Erwarten Sie mehr, fordert Lankes alle Bürger auf. Die Bibliothek im Dienst der Community, mehr noch zu Zeiten des Krieges.