Selten  hat uns eine Nachricht des aus der Demokratie abdriftenden Europas so erschüttert, wie Orban rechnet mit seinem Hauptfeind ab – das ungarische Hochschulgesetz beerdigt praktisch die von Georg Soros gegründete Central European University (Berliner Tagesspiegel vom 5. April). .

Als das östliche Europa – Mittel und Osteuropa – nach dem Fall der kommunistischen Mauer in ein Meer von Unsicherheit und Depression auf der einen Seite, Überwältigung durch scheinbare Möglichkeiten auf der anderen Seiten zu ertrinken drohte, öffnete Georg Soros mit seiner Open Society eine Brücke  zu dieser neuen Informationsgesellschaft . Er war, wie seine US amerikanischer Vorgänger. ein Mäzen, der seine Mittel nicht immer auf den saubersten Wegen erworben hatte, in seinem Falle mit Spekulationen auch gegen das britische Pfund. Aber in der Tradition der Aufklärung und seiner gegenwärtigen US- Heimat mit einem groß angelegten Netzwerk von Bildungseinrichtungen, Universitäten und auch Bibliotheken !. Er förderte  und gründete Schulen, Universitäten und Programme, die nicht nur Jugendliche sondern auch Kinder in diese neue Welt einführen sollten. Ein Netzwerk von regionalen Büros vor Ort, mit Vertretern der jeweiligen Länder koordinierte diese Tätigkeiten.  Ihr Einfluss war riesig, von Kirgistan, wo Soros die Belebung und Finanzierung des gesamten kulturellen Lebens einschließlich der Schulen übernahm bis auf Russland, das workshops und Kongresse mit seiner finanziellen Hilfe organisierte. Unvergesslich jener workshop in Kamschatka , in der Vertreter aus den Südstaaten der USA mit denen aus Moskau, den russischen Regionen und Deutschland  um den Kampf demokratischer Grundstrukturen und ihrer Gefährdung ins Gespräch kamen.

In dieser aufklärerischen  Tradition der USA standen Bibliotheken im Vordergrund  seines Interesses. Dabei waren es nicht oder besser nicht vorherrschend die Gebäude und Bestände, sondern die Menschen, die er im Blickfeld  hatte. . Der Zugang zu den Informationen erschöpfte sich dabei nicht im Angebot westlicher Literatur, sei es in Philosophie oder Wirtschaft sondern eines neuen Zugangs zu diesen Informationen. Open und für jedermann sollten sie alle zur Verfügung stehen und die Menschen sollen nach Jahre der Gängelung in die Lage versetzt werden, diesen Zugang zu nutzen und für sich – und im Falle der Bibliotheken für ihr Klientele auszunutzen.  Welche eine Revolution für eine Bibliothek, die gezwungen war, Bücher nach dem Gewicht einzukaufen, jetzt einen Nutzer- und Zielorientierten Bestandsaufbau anwenden sollte.  Und welch eine Unterschied zum Berufsbild eines Bibliothekars vom Verwalter und Hüter der Schätze, sehr oft mit Schlüsselgewalt zum offenen Angebot der Informationen.

Die Seminare in Kirgistan und Litauen, in Kasachstan und Lettland gehören zu den lebendigsten, die im Dienste der Bibliotheken und der Vermittlung eines Berufsbildes, wie Lankes es in seinem Erwarten Sie mehr so leidenschaftlich beschrieben hat, je von zwei  Bibliothekaren aus Deutschland  versucht wurde. Und wir setzen hinzu mit einem Minimum an bürokratischem Aufwand !. Keine umständliche Untersuchung durch ein Jurorenteam. Keine langseitigen Anträge auf Bezuschussung, keine beschönigenden Berichte. Die Wünsche nach Teilnahme waren zahlreich,  statt der vorgesehenen 30 Teilnehmer setzte man dann bei 70 einen Schlussstrich,   die Kontakte ebenfalls und konnten gar nicht in dem Maße aufrecht erhalten werden, wie sonst bei Bibliothekaren üblich und gewünscht.  Eine so fruchtbare Saat wurde gesät und nicht nur in den betreffenden Ländern sondern in denen mit ihren deutschen Partnern ein echter europäischer – weltumspannender Dialog. Nur dieser allein kann solchen einsperrenden Tendenzen, die Menschen davon abhalten sollen, ihre eigene ihre informierte Bildung zu erwerben, ein Halt entgegensetzen. Er sollte jetzt gesetzt werden – gegen Vertreter wie Orban, es genügt nicht, wenn nur die Leibniz Gesellschaft protestiert. Eine politische Antwort  ist gefordert auf solche Kämpfe, die  die Zukunft Ungarns aber auch  Europas zerstören. 

Aktuelles

Widerspruch Simon

Bibliotheken als Ansprechpartner- Mittelpunkt der Community – Gegen fake news und Hass – für Demokratie – eine Forderung an Politiker und Verantwortliche -   

Das Buch  Erwarten Sie mehr von David Lankes  ist ein Glücksfall. Es zeigt, was wir erwarten und was die Leitung der Community, die Politiker und Geldgeber zur Verfügung stellen sollten. Es ist ein dringender Aufruf in schweren Zeiten auch für Bibliotheken. Daher können wir nicht verstehen,  dass das eigene Einkaufshaus für Öffentliche Bibliotheken das nicht sieht, wie die folgende Kurzbesprechung zeigt.

Hier die EKZ Besprechung

Man vergaß anscheinend, dass Bibliotheken Orte der Aufklärung und damit der Demokratie sind. Knowledge Schools nennt Lankes sie,

I further believe that in times of alternative facts, fake news, and near contempt for public service we have an obligation to lead.

Das glauben wir auch, deshalb haben wir der Besprechung von Reisser hier  widersprochen.

Hier die 2. Besprechung

Sie irren sich, Herr Reisser!

Lankes keine Fachliteratur? Nur Ideengeber? Da fragt es sich, was Fachliteratur eigentlich sein soll, sie soll doch gerade den Horizont erweitern und neue Ideen diskutieren. Dafür liest man Fachliteratur, besucht Konferenzen und spricht mit Kollegen. Und ein zeitloses Thema ist:  Wie erreicht die Bibliothek die politischen Entscheidungsträger? Dieses Thema gab es schon zu der Zeit, als ich noch eine blutjunge Bibliothekarin war, auch, als vor einigen Jahren viele Bibliotheken abgewickelt wurden; das totgeschwiegene Handbuch der Kulturzerstörung von R. Strzolka erwähnt es, und in der Dissertation von Helga Schwarz über das Deutsche Bibliotheksinstitut, die gerade erschienen ist, kommt es ebenfalls vor.

Ja, es ist ein Buch für Entscheider. Hier befindet sich der deutschsprachige Raum in einer ähnlichen Situation wie die Bibliotheken in den USA, dass nämlich jene, die über das Budget von Bibliotheken entscheiden, von Jahr zu Jahr schwerer zu überzeugen sind. Leider hat die Literatur im deutschsprachigen Raum wenig darüber herausgebracht, wie die Bibliotheken ihre Stakeholder für sich gewinnen können, obgleich es hier um eine Existenzfrage geht. Aber Lankes (und andere Amerikaner) zeigen, wie es geht, und auf ihre Beispiele müssen wir in einem ersten Schritt zurückgreifen.

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Hommage an Elisabeth von willi Bredemeier 22.4.

Wir Autoren wissen ja, dass wir gut sind. Wir haben der Welt so viel zu sagen. Die Welt würde sogar an unseren Lippen hängen, wenn sie denn wüsste, dass es uns gäbe. Damit das geschieht, haben wir die Verleger.

Nun gibt es unter den Verlegern sonne und solche. Also habe ich mir eine Wunschliste zusammengestellt und mir vorgestellt, wie ein Verleger aussehen würde, wenn ich ihn mir backen könnte.

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Besser spät als nie!

schwarz fertig

Besser spät als nie mit diesen Worte schaffte es die Bibliotheks- und Informationswissenschaft auf die Titelseite von Bild /Berlln und Brandenburg Streiks, Umwälzungen, Reformen , waren keines Berichtes würdig. Noch nie war eine solcher PR. Gag der  Bibliotheks- und Informationswissenschaft gelungen, was jetzt am 18. April einer 80 Jährig Dissertantin so strahlend gelang  und ausgerechnet mit einem Thema, das der Politik ein Handeln vor Augen führt. deren Folgen sich mit der Zeit nicht verflüchten werden, sondern an negativem Gewicht gewinnen.

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