Jugend – Bildung – Bibliotheken:

Jugend – Bildung – Bibliotheken:

Modelle der Finanzierung und Projektförderung. Mit praktischen Beispielen
Franziska Ahlfänger
2009
120 Seiten
kart.
ISBN 978-3-940862-11-2
23,00
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Die Jugend als Generation von morgen ist unsere Zukunft. Sie muss daher von Öffentlichen Bibliotheken mehr beachtet und als eigenständige Kunden betrachtet werden. Wenn Öffentliche Bibliotheken neue Zielgruppen ansprechen wollen, sind jugendliche Nutzer ein langfristiger Gewinn.

Wie sieht die Jugend des 20. Jahrhunderts aus? Welche internationale und zukünftige Bedeutung haben sie für Öffentliche Bibliotheken? Unter diesen Aspekten werden Dienstleistungsangebote und deren Finanzierung dargestellt. Aber gegenwärtig leiden insbesondere Öffentliche Bibliotheken unter finanziellen Engpassen. Beispiele aus der Praxis, Projekte, Förderungen und neue Finanzierungsarten in Jugendbibliotheken und Jugendbereichen zeigen Wege auf, zusätzliche Aktivitäten zu finanzieren. Theoretische Überlegungen, Interviews mit Bibliothekaren, Checklisten und eine Auflistung allgemeiner Voraussetzungen und Empfehlungen ergeben Hilfen für Öffentliche Bibliotheken und neue Finanzierungsarten.

Rezensionen

The book analyses the possibilities for funding of library projects for young adults with additional public's and private sources.

At first glance one might think that this book is about libraries, but this is only partly true. The author goes into three subjects, the characteristics of youth, the main feature of education and how libraries are financed. Her starting point is the insight that children and young adults are avoiding public library facilities at an earlier age. Effective and efficient counter measures to break this trend, cannot be financed with limited budget resources.

The answer, according to the author, might be the acquisition of subsidies for projects. In her findings, based on a number of interviews, she reveals some deficits, e.g., profiting from unused sources of funding (e.g., EU support funds) as to the need to strengthen cross-networking and lobbying activities. At the end of the book, Ahlfänger offers 17 pages with detailed check lists. This book is recommended not only for libertarians, but for staff in non-profit institutions, who want to broaden their sources of income through projects with public and/or private financing.

Wolfgang Ratzek
CBQ Vol. 41 January/March 2010

 


 

Kastner, Peter: Neue Wege zur Förderung von Jugendbibliotheken

Über Schulleistungen hinausgehend sind kulturelle Basiskompetenzen der Kern der PISA-Studien, die auch in Deutschland zu Maßnahmen der Bildungsreform geführt haben. Richtet sich das Augenmerk bislang vor allem die Reform der schulischen Bildung, sind kulturelle Institutionen hinsichtlich ihres Bildungsauftrages noch zu wenig ins Blickfeld geraten; noch fehlt es an gut ausgebauten Netzwerken zur integrierten Förderung von Bildung und kultureller Aneignung über die Lebensspanne.

Eine besondere Rolle spielen hierbei die Öffentlichen Bibliotheken, deren Funktion sich in den vergangenen Jahren entscheidend verändert hat. Zunehmend sind sie zu einem zentralen kommunalen Kommunikationsort geworden, dessen Kultur- und Bildungsauftrag sowie dessen Angebotsstrukturen mehrere Kompetenzbereiche integrativ zu verknüpfen in der Lage sein kann: Lese-, Medien-, Informations-, Kommunikations- und Sozialkompetenz. Bibliotheken sind in den Städten und Gemeinden jene Einrichtungen, die eine gerechte Verteilung von Informations- und Bildungschancen ermöglichen und sichern. Allerdings stehen auch die Bibliotheken unter dem großen Finanzierungsdruck der öffentlichen Hand.

In ihrem Buch „Jugend – Bildung – Bibliotheken. Modelle der Finanzierung und Projektförderung“ (Simon Verlag für Bibliothekswissen 2009; 176 Seiten) geht Franziska Ahlfänger der Frage nach dem Ausbau und der Finanzierung von Jugendbibliotheken nach. Dabei liefert sie eine Fülle von Ansätzen und Ideen, wie solche Jugendbibliotheken konzipiert und finanziert werden können.

Grundthese der Autorin ist, dass die Zielgruppe der Jugendlichen ein bedeutender Zukunftsfaktor für Öffentliche Bibliotheken ist und eigenständig betrachtet werden muss. Aufgrund der Definitionsschwierigkeit dessen, was „Jugend“ sei, verwendet die Autorin einen sozialwissenschaftlichen, dynamischen Jugendbegriff, der diesen Entwicklungsabschnitt über die Lebensspanne verortet. Der Psychologe Kurt Lewin hat in diesem Zusammenhang von einer „überlappenden Situation“ des Jugendlichen gesprochen, der nicht mehr Kind und noch nicht Erwachsener sei und daher sich in einer Außenseiterrolle befinde („marginal man“). Auch in Bibliotheken haben Jugendliche meist diese Randstellung inne – zwar gibt es in den meisten Häusern Kinder- und Erwachsenenabteilungen, spezifische Jugendabteilungen existieren nicht oder sind nur dürftig ausgestattet. Integrative und soziale Bibliotheksarbeit erfordere aber, so Ahlfänger, an Lebensstilen, der Position im Entwicklungsverlauf, den eigenständigen Wünschen und Zielen der jugendlichen Bibliotheksnutzer anzusetzen.

Grundlegend beim Aufbau von Jugendbibliotheken ist neben diesem konzeptionellen Ansatz das Problem der Finanzierung. Außer Frage steht, dass Bibliotheken als Teil der deutschen Kulturlandschaft von der öffentlichen Hand getragen werden müssen, allerdings ist es angesichts der Finanzknappheit genauso notwendig, neue Finanzierungsarten zu suchen. Die Autorin diskutiert unter dieser Fragestellung unterschiedliche Möglichkeiten und zeigt neue Finanzquellen für Bibliotheken zum Aufbau von Jugendabteilungen auf: Ihre Ausführungen zu Projektförderungen bspw. durch die EU, zu Fundraising, Sponsoring, Private Public Partnerships, Fördervereinen, Stiftungen und Service Clubs sind höchst instruktiv und geben konkrete Anleitungen für Mitarbeiter in Öffentlichen Bibliotheken, um aktiv beim Aufbau von Jugendbibliotheken zu werden. Besonders hilfreich sind die Checklisten und Empfehlungen im Buch, um Öffentlichen Bibliotheken Hilfestellungen zu geben, neue Ausrichtungen zur Förderung und Finanzierung zu einzuschlagen und Schritt für Schritt Möglichkeiten des Sponsorings und der öffentlichen Förderung auszuloten.

Wegen des Fehlens von Netzwerken von Jugendbibliotheken untersucht die Autorin Beispiele der Jugendbibliotheksarbeit und ihrer Förderung in neun Einzelfällen. Dabei kommen sowohl die geförderten Bibliotheken als auch deren Förderer zu Wort. Die Beispiele zeigen eindrucksvoll das innovative Potential von Jugendbibliotheken und weisen Ansätze für den Aufbau solch eigenständigen Abteilungen.

Franziska Ahlfängers Buch über Jugendbibliotheken und ihre Finanzierung ist ein kultur- und bildungspolitisch motivierter Ansatz, der umfassend und eindrücklich aufzeigt, dass Öffentlichen Bibliotheken neue Wege und Möglichkeiten der öffentlichen Förderung und privater Finanzierung offen stehen, um über den vorhandenen Etat hinaus, Jugendlichen Dienstleistungen in den Bibliotheken anzubieten. Es ist ein hilfreicher und wichtiger Ratgeber für Bibliotheken, die sich konzeptionell und finanzierungsbewusst auf diesen Weg begeben.

Dr. Peter Kastner 
Kulturreferent der Stadt Esslingen am Neckar

 


 

Nagl, Manfred: Bibliothekarische Projekte und ihre Fördermöglichkeiten

Die Arbeit entstand an der Stuttgarter Hochschule der Medien. Sie dokumentiert und analysiert Möglichkeiten der Finanzierung bibliothekarischer Projekte für Jugendliche durch zusätzliche, öffentliche und privatwirtschaftliche Quellen.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Erfahrung, dass Kinder und Jugendliche sich in immer früherem Alter von den Öffentlichen Bibliotheken „verabschieden“ oder diesen gegenüber von vornherein abstinent bleiben. Besondere Maßnahmen, die diesem Trend wirksam entgegenarbeiten, können in der Regel nicht aus der Grundfinanzierung bestritten werden.

Auf der Grundlage einer standardisierten und zugleich offenen Befragung von neun Bibliotheken mit expliziten Jugendprojekten wird versucht, Gemeinsamkeiten sowie ein Spektrum Erfolg versprechender Ansätze zu erarbeiten.Die Ergebnisse werden zu Checklisten und Strategieplänen verdichtet.

Es gehört zu den besonderen Verdiensten dieser Arbeit, deutlich werden zu lassen, dass aufgrund des bundesdeutschen Föderalismus und fehlender, zumindest aber unzureichender bibliothekarischer und kulturpolitischer Netzwerke dabei sehr unterschiedlich agiert wird, ja agiert werden muss. Dieses Fazit kann einerseits der Ermutigung zu konsequent individuellen Lösungswegen dienen, zum anderen aber verdeutlicht die Autorin, indem sie einer naheliegenden, vorschnellen Harmonisierung ihrer Befunde widersteht, eine Reihe bedenkenswerter Defizite. Dabei handelt es sich um sowohl bisher nicht oder kaum genutzte Finanzierungsquellen (z.B. EU-Förderungsmittel) wie um die Notwendigkeit einer Intensivierung übergreifender Netzwerk- und Lobbyaktivitäten. Ein durchgehender, unprätentiöser Praxisbezug und die Konkretheit der Vorschläge zeichnen die informative und hilfreiche Arbeit zusätzlich positiv aus.

Prof. Dr. Manfred Nagl 
ehemals Hochschule der Medien, Stuttgart

Aktuelles

Nein, sie ist nicht tot- Kreativität lebt- wenn man sie hört

Gänzlich neue Hörerfahrungen und intensivste Form der Kommunikation bietet das Art Ensemble auf seiner Tournee durch Deutschland und der Schweiz, Berlin, Fulda, Stuttgart, Basel. Ein Programm mit 4 Uraufführungen von Komponisten, die nicht einer wie auch immer gearteten Klangwelt dienen, sondern Klang wieder zum Erlebnis werden lassen. Alle sehr unterschiedlichen Kompositionen  erschließen neue Zugänge  und werden  von dem Art Ensemble mit hoher Konzentration und einem kommunikativen Miteinander gestaltet, das Freude an der Musik vermittelt  und damit über den Rahmen eines gewöhnlichen Konzerts Neuer Musik  hinausgeht 

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Eine Debatte um die Vergangenheit des Bibliothekswesens ist eine Debatte über ihre Zukunft

Von Elisabeth Simon

Helga Schwarz, Das Deutsche Bibliotheksinstitut: Im Spannungsfeld zwischen Auftrag und politischem Interesse“, Simon-Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2017. Nach dem Medienhype um Helga Schwarz – mit 82 Jahren promoviert! – und den Erörterungen ihres Buches durch Karsten Schuldt in libreas und Willi Bredemeier in Open Password, beides Autoren meines Verlages, nun also die Vorstellung des Buches vor dem Berliner Arbeitskreis für Information.

Es kamen viel mehr Zuhörer als man in der Julischwüle und am Ende des Semesters realistischerweise hätte erwarten können. Darunter befanden sich nicht nur Senioren, die die Abwicklung des DBI seinerzeit miterlebt hatten, sondern auch junge Repräsentanten der Bibliotheks- und Informationsbranche, die wissen wollten, warum das einzige Zentralinstitut des deutschen Bibliothekswesens scheiterte. Auch wenn ich als Verlegerin des Buches von Schwarz zugegebenermaßen pro domo spreche, eines erwies sich auch hier, es liegt eine der wichtigsten Neuerscheinungen des Jahres zum Bibliothekswesen vor. Denn wie sollten wir über die Erneuerung und gegebenenfalls der Reform des deutschen Bibliothekswesens angemessen debattieren und zur Tat schreiten können, wenn wir nicht auf die seinerzeitigen Erfahrungen mit dem DBI zurückgreifen?

Und ein weiteres Fazit: Die Grundlagen für eine Debatte über den Untergang des DBI und die daraus ziehenden Konsequenzen für die deutschen Bibliotheken scheinen mir mit dem Auftritt von Helga Schwarz vor dem Berliner Arbeitskreis für Information gelegt. Nachdem ich bereits die Beiträge von Schuldt und Bredemeier auf meiner Website www.simon-bw.de eingestellt habe, lade ich alle Interessierten zu weiteren Erörterungen auf meiner Plattform ein. Mails bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Auch Open Password möchte sich an der Debatte beteiligen.

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Besser spät als nie!

schwarz fertig

Besser spät als nie mit diesen Worte schaffte es die Bibliotheks- und Informationswissenschaft auf die Titelseite von Bild /Berlln und Brandenburg Streiks, Umwälzungen, Reformen , waren keines Berichtes würdig. Noch nie war eine solcher PR. Gag der  Bibliotheks- und Informationswissenschaft gelungen, was jetzt am 18. April einer 80 Jährig Dissertantin so strahlend gelang  und ausgerechnet mit einem Thema, das der Politik ein Handeln vor Augen führt. deren Folgen sich mit der Zeit nicht verflüchten werden, sondern an negativem Gewicht gewinnen.

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