Erwarten Sie mehr
Hrsg. von Hans- Christoph Hobohm
Aus dem Amerikanischen von Erda Lapp und Willi Bredemeier.
2017
ca. 100 Seiten
ISBN 978-3-9456-10-32-9
19.50
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Hrsg. von Hans- Christoph Hobohm
Aus dem Amerikanischen von Erda Lapp und Willi Bredemeier.


Wie sich Bibliotheken unersetzlich machen! Die Bibliothek als Diener ihrer
Community –wie sich Bibliotheken im engen Zusammenwirken mit
ihren Nutzern und Stakeholdern aus eigener Kraft aus der Krise ziehen.
Mit vielen Beispielen aus den USA . Eine Kampfschrift für die Belange
der Bibliotheken. Plichtlektüre!

Rezensionen

Erwarten Sie mehr!

Verlangen Sie bessere Bibliotheken in einer komplexeren Welt

Im ersten Moment mag man ob des Titels zusammenzucken. Was denn noch alles? Bibliotheken, schaffen beileibe nicht immer das Notwendigste, Bescheidenheit ist eine Zier, und überhaupt, Hurra, sie leben noch. Oder auch in dieser Lesart: Ganz genau, Bibliotheken erwarten sich tatsächlich mehr! Doch unabhängig davon, wie man den knappen Titel interpretieren möchte … mit „Sie“ sind nicht sie selbst gemeint. Dass die Zielgruppe eine andere sein könnte, lässt sich vage aus dem Untertitel erahnen. Im Vorwort des Herausgebers Hans-Christoph Hobohm löst sich sodann auf, dass die Hauptadressaten die übergeordneten Träger von Bibliotheken seien. Diesen seltenen Ansatz und Zugang kennen wir zuletzt aus einer knapp und trocken formulierten 21-seitigen Beilage „Grundlagen für gute Bibliotheken“ innerhalb der im Vorfeld heiß diskutierten, gefällig bebilderten Broschüre „21 gute Gründe für Bibliotheken“ (BID, Bibliothek & Information Deutschland, 2009).

Nein, mit „gut“ hat der Autor, Professor für Bibliothekswissenschaften aus South Carolina, USA, nichts (mehr) am Hut. „Dieses Lied wird kein Liebesbrief an Bibliothekare sein“ (S. 24). Bibliotheken müssen (und er gebraucht dieses unregelmäßige Verb regelmäßig) besser sein, besser noch: großartig! Doch was ist „großartig“? Nun, das kann man nehmen, wie man will. „Der Unterschied zwischen einer guten und einer großartigen Bibliothek kann subtil sein“ (S. 168). Wer hier ratlos blickt, sei beruhigt. Lankes bietet reichlich Hinweise und gibt Beispiele, wie wir besser werden könnten. Dies in sprachlich aufrüttelnden, intensiven Bildern (Hut ab vor Erdmute Lapp und Willi Bredemeier, deren Übersetzungsleistung sicherlich keine einfache war), beginnend mit der bewegenden Schilderung der Ereignisse des Arabischen Frühlings mit der sich die Hände reichenden Menschenkette als Schutz gegen die Plünderung der Bibliothek von Alexandria.

Mitreißend fürwahr, es fällt zugegebenermaßen schwer, sachlich zu rezensieren. Doch bevor ich endgültig dem (typisch amerikanisch) eindringlichen Sog des Werkes erliege, blitzschnell noch eine praktische Frage nebst pragmatischer Antwort: Sollte tatsächlich das Wagnis eingegangen werden, die anvisierte Zielgruppe – in deutsche Verhältnisse übertragen sind dies Finanz- und Entscheidungsträger bzw. die Vertreter der Kommunen und Gemeinden, der Länder, des Bundes und der Kirchen – auf Lankes’ Mehrforderungen

aufmerksam zu machen? Dem oder der Bürgermeister/in oder Kanzler/in oder dem Kirchenvorstand dieses schmale Büchlein auf den Nachttisch zu legen, gar mit der Widmung „Freundlichst überreicht von Ihrer Bibliothek – träumen Sie schön von uns!“?

Ich meine: „Ja, nur Mut!“ Auch, wenn vieles, was der „leidenschaftliche Anwalt für Bibliotheken“ in immer neuen Schleifen und Wendungen ausführt, unsere Bibliotheken im deutschsprachigen Raum bereits erfüllen. Beispielsweise die Forderungen nach Transparenz und den Zugang zu Wissen und Bildung, um Demokratie aufrechtzuerhalten (S. 44). Bibliotheken sind als Teil der Community ein Symbol, Freund und Lehrer (S. 169), oder etwas konkreter: vermitteln Recherchefähigkeiten und helfen, die an sie herangetragenen Probleme zu lösen.

Ja, da können wir mithalten. Ich meine, es versteht sich für manche Bibliotheksverantwortliche von selbst, ihre Bibliothek als aktiven und kreativen Lernraum, gerne auch mit 3D-Drucker, Makerspaces oder als FabLabs (S. 145) zu gestalten, oder öffentliche Gaming-Turniere zu veranstalten, oder an ihren Hochschulbibliotheken eine Schulung bedarfsorientiert und „just in time“ anzubieten.

„Großartige Bibliotheken experimentieren mit neuen Diensten und fürchten sich nicht vor einem raschen Scheitern“ (S. 160). Nun, das dann doch ein wenig seltener. Aber sehr viele unserer hiesigen Bibliotheken können sich an den oben genannten Beispielen messen. Wenngleich einiges davon eher nebenbei im Alltagsbetrieb und ohne größeres Aufsehen, zuweilen spontan und ohne Einbindung in postulierte Konzepte. Konzepte? Nein, wir brauchen „Missionen“, so im Kapitel 3 ausführlich ausgeführt und – ich will ehrlich sein – von mir mit Stirnrunzeln begleitet. Doch bin ich mit dem Autor einer Meinung: Wir täten gut daran, es deutlicher auszusprechen, beispielsweise so: „Bibliotheken sollten Orte der Wissenserstellung, des Partizipierens an Wissen sein, nicht nur des Konsums und des Ausleihens von Büchern. Die Funktionen der Bibliothek sollten über ihre Mauern hinausreichen.“

Über die Mauern hinausreichen … ich will das eben mal aufgreifen. Wir konzentrieren uns hier in Deutschland derzeit sehr stark auf die Diskussion von Bibliotheken als „Dritter Raum“ bzw. „Dritter Ort“. Darum, um uns mindestens physisch ein gewichtigeres Standbein zu verschaffen, nachdem uns einiges an virtueller Dienstleistungskonkurrenz vermeintlich unsere Daseinsberechtigung zu erschüttern droht. Doch mit Onleihe, sozialen

Bücherdiensten und der Mit- und Zuarbeit in punkto Lernplattformen gehen wir durchaus über unsere räumlichen Grenzen hinaus. Und hier erfährt sogar der selbstzufriedenste Leser noch etwas Neues, wenn auch ziemlich weit hinten im Buch. Da geht es zwar mehr um die Gleichberechtigung des Zugangs zu allen Diensten der Bibliothek, aber sei’s drum, ist ja auch wichtig und nicht immer in dem Maße erfüllt, wie es sein könnte, … wie gesagt: „Fordern Sie mehr!“

So leiht die Bibliothek in New York City an ihre Nutzer Internet Hot Spots über mehrere Monate aus (S. 115). Der Hot Spot ist ein kleines Gerät, welches über das Telefonnetz eine Funknetz-Verbindung mit dem Internet herstellt. Gute Idee, ergänzend zur Ausleihe von Tablets und E-Reader. Auch diese Gerätschaften erwähnt Lankes, und so neu ist das bei uns in Deutschland ja nun nicht mehr. Auch nicht mehr so ganz neu, doch möglicherweise noch nicht überall angekommen ist die Einstellung zum Wissen. Dem Wissen räumt der Autor einen sehr hohen Stellenwert und damit viel Platz in seinem Werk ein.

„Diese neue Auffassung von Wissen als etwas aktiv Geschaffenem ist vermutlich die größte Veränderung in unseren Erwartungen, die wir vollziehen müssen, um die Bibliotheken zu bekommen, die wir verdienen.“ (S. 71). Und: „Die Bibliothek als „aktive Förderer von Wissen“. (S. 91). Gleiches Horn: „Sie soll „Bürger auf viele Weisen inspirieren, ihre Lernmotivation aufzubauen, Wissen zu erstellen und letztlich die Gesellschaft zu verbessern.“ (S. 90) oder auch: „Verbesserung der Gesellschaft durch die Förderung der Generierung von Wissen in der Community“ (S. 69). Verbessern? Selbsternannte Weltverbesserer gibt es genug, das deucht mir oberlehrerhaft und anmaßend. Auf S. 96 werde ich beruhigt: „Letztlich wird lokal definiert, was Verbesserung innerhalb der Gesellschaft bedeutet“. Ja, damit kann ich leben.

Viel ist von der sogenannten Community die Rede. Sie setzt sich unterschiedlich zusammen, mal orts-, mal themen-, mal zeitgebunden, und natürlich können wir verschiedenen Gemeinschaften gleichzeitig angehören. Das Mitglied einer Community jedenfalls soll in der Bibliothek „seine Stimme zu Gehör (zu) bringen und die Einrichtung (zu) verbessern.“ So, so. Wer soll denn jetzt nun verbessern – wir oder die? Und: Erwarten wir nicht da ein wenig zu viel von unserer Community, werter Herr Lankes?

Hin und wieder – nein, sehr oft sogar – überlegte ich mir beim Lesen, ob die Zielgruppe nicht viel eher die Menschen ganz allgemein sein sollten, also eben jene vielgepriesene

Community, denen wir dieses Buch in die Hand drücken müssten. Denn viele Angebote und Services erfüllen Bibliotheken doch bereits jetzt schon, siehe oben. Diese sind nur noch nicht ins Bewusstsein der überwiegend konsumierenden statt agierenden Mitmenschen gedrungen, aller unserer mittlerweile recht professionellen Öffentlichkeitsarbeit zum Trotz. Und trotzig möchte ich anführen: „Wir Bibliotheken sind für die Menschen da, nicht sie für uns!“ Lange Jahre des Umkehrdenkens sorgten dafür, dass Bibliotheken einen Weg fanden vom behördlichem Gängelband hin zu wahren Dienstleistern. Sie sorgten dafür, dass wir heute Kunden haben und keine Benutzer mehr. Indes erfahren wir nun von Lankes:

„Bibliotheken ‚für die Menschen’ ist die alte Sicht, auf Bibliotheken zu schauen. Sie sieht die Bibliothek als getrennt von der Community und als ein Anbieter von Dienstleistungen, die die Community nutzen und dafür zahlen, aber auch ignorieren und ablehnen kann. Die neue Sicht sieht hingegen eine Bibliothek der Menschen. Die Community ist ein integraler Teil dessen, was die Bibliothek tut, und die Bibliotheken sind mit Haut und Haaren Mitglieder dieser Community. Bibliothekare gehen ihrer Arbeit nach, nicht weil sie Dienstleister sind oder ein Produkt herstellen, das zu konsumieren ist, sie arbeiten vielmehr daran, die Community besser zu machen. Mitglieder der Gemeinschaft unterstützen die Bibliothek nicht, weil sie zufriedene Kunden sind, sondern weil die Bibliothek ein Teil dessen ist, was sie sind“ (S. 64). Was konkret bedeutet:

„… die Aufgaben der Bibliothek auf der Grundlage von Bedürfnissen vor Ort zu definieren und lokale Definitionen, was die Gesellschaft verbessert, zu liefern“. Was mehr und anders ist als „… die Definition einer Bibliothek als eine Gruppe von Funktionen, die für alle Communities auf dem Globus gleichermaßen gelten.“ (S. 118)

Genau das frage ich mich, beim Lesen zunehmend unruhiger werdend: Von welchen Menschen, welcher Community spricht der Autor eigentlich? Sollten wir denn nicht viel mehr ein „Mehr“ von unserer Community fordern, statt von unseren Bibliotheken? Die Bibliotheken scheinen mir vorbereitet genug zu sein. Allein, es fehlt an fordernden „Mitgliedern“. Zum Begriff „Mitglieder“ später mehr, und dieser Verweis auf „später“ mag ganz im Sinne des Autors zu sein, der sich dessen meines Geschmacks nach ein wenig zu oft befleißigt und meine Unruhe bzw. Neugierde damit zu schüren weiß.

Apropos unruhig … wir erfahren beim weiteren (geduldigen) Lesen von einer „Unruhigen Bibliothek“ (S. 71) in Georgia und ihrem Projekt „Media21“. Mag auch das Projekt, in dem es um eine semesterlange partizipierende Lernerfahrung geht, als solches interessant sein, vielmehr noch staunt man über seine Evaluierung „mit Blick auf die […] Standards des Amerikanischen Verbandes der Schulbibliotheken für Lernende des 21. Jahrhunderts“. Diese Standards datieren übrigens vom Oktober 2012. Nun, unser Manifest für Schulbibliotheken datiert auf das Jahr 2001, ist also etwas älter (und gar Vorreiter?). Doch immerhin können wir auf diese UNESCO-Grundlage verweisen. Allerdings nicht auf einen deutschlandweiten Schulbibliotheksverband, und noch weniger auf Preise, die dieser vergeben könnte. So verlieh der amerikanische Verband der Schulbibliotheken einen Preis für – nein, nicht für die Bestände oder Räume oder gar Gebäude! – „sondern für die Lernerfahrungen der Schüler“ mit Hilfe eines selbstständig agierenden „Schüler-iTeams“ (S. 72).

Kurz gesagt: Was unseren Bibliotheken fehlen könnte, so meine Inspiration beim Lesen – und das ist auch der wichtigste Gewinn der Lektüre – sind noch überzeugendere Konzepte des Ermöglichens von Wissen. Hier ein paar Beispiele: „Bibliotheken müssen wie Küchen werden –“, greift der Autor die Bibliotheksberaterin Joan Frye Williams auf (S. 75). „– aktive Orte, wo viele Zutaten (Informationen, Quellen, Talente) zu einer aufregenden neuen Kreation vermischt werden, die mit anderen geteilt werden kann“. Oder sie sollten funktionieren wie iPhones. Die grundlegenden Dienste werden gestellt, mit deren Hilfe das Gewünschte in Form von Apps bedarfsorientiert zusammengebastelt wird (S. 118). Daraus folgt: „Ihre Bibliothek sollte Ihnen nicht sagen, was Sie tun können (lesen, ausleihen, suchen), sie sollte Ihrer Community einen Werkzeugkasten zur Verfügung stellen, damit sie selbst bauen, was die Gemeinschaft braucht (S. 119). Auch die Idee der Bibliotheksmitarbeiter als „menschliche Plattform“ (Kapitel 6) benötigt ein völlig neues Konzept, losgelöst von der bisherigen Einteilung in „Benutzerdienste“ und „Technische Dienste“.

Ob man sich an Lankes’ Mehrforderungen reiben möchte oder sie goutieren, oder ob man die zumeist aus den USA angeführten Beispiele auf Deutschland und Europa übertragen, sie zumindest als Anregung verstehen oder gar zum „Schnee von gestern“ erklären mag – alles ist möglich. Viele werden sich berührt und motiviert, zumindest jedoch sehr nachdenklich und – ja! – (heraus)gefordert fühlen.

Für manche wird das Buch eine Offenbarung bedeuten und Begeisterung auslösen, oder wenigstens auf die Suche nach der eigenen Mission und zu (eventuell beim zweiten Lesen) bewusst vorgenommenen Veränderungen führen. Einige werden den Kopf schütteln („... dass Sie als Eigentümer die Bibliothek übernehmen“ (S. 153), Politisches Engagement zeigen) und sogar ärgerlich werden, so bei Lankes’ Merkmalen „schlechter Bibliotheken“ im Kapitel 8 seines Aktionsplans, aber auch ob der Forderungen (Obdachlose einbinden (S. 82), Gründerzentren (S. 125), an öffentlichen Debatten teilnehmen (S. 103), Umschulungen anbieten (S. 155) sowie seiner stellenweisen „Nichtübertragbarkeit“ in deutsche Verhältnisse – man denke nur an mögliche Loyalitätskonflikte im Öffentlichen Dienst. Vermutlich werden wir in Deutschland auch weiterhin keine „Mitglieder“ als Bibliothekskunden anführen, die auf die Begründung fusst: „Sie [die Kunden] wählen, legen die politische Linie fest und unterstützen“.

Als Diskussionsgrundlage hingegen ist jedes einzelne der acht Kapitel bestens geeignet. Auch finden sich zahlreiche zitierfähige Passagen (Qed!), die aufhorchen lassen und für reichlich einleitende Zitate in Vorträgen sorgen werden, wie die Rezensentin bereits zum Bibliothekartag 2017 bemerken konnte.

Möge also das Buch auf allen Nachttischen seinen Platz finden, ob unter Bibliothekswesen, ihrer Community oder ihren Trägern. Ruhig schlafen wird Lankes’ Plädoyer für großartigere Bibliotheken jedenfalls niemanden lassen. Es weckt den Wunsch nach Austausch und nach einer neuen Dimension des Miteinanders. Der Wunsch nach Zugehörigkeit ist schließlich so alt wie die Menschheit. Es ist auch für Bibliotheken an der Zeit, über den reinen Dienst an der Community hinauszuwachsen und stattdessen mit ihr zusammenzuwachsen, also ein gleichwertiger – ach, was soll’s ... frei nach Lankes fordern wir gleich mehr! – ein zentraler Teil von ihr zu werden und – ja, nur zu! – ein „Sprecher in der großen Welt“ (S. 115). Erwarten wir mehr!

Ilona Munique, 21.08.2017

Aktuelles

Zum Tod des Karlsruher Dirigenten Manfred Reichert

Die 13 als Glückszahl


Manchmal werden durch Chuzpe Weichen gestellt, wird der Lebensweg in die entscheidende Bahn gebracht. So bei Manfred Reichert. Er hatte in Karlsruhe Musik studiert, war nach dem Staatsexamen zeitweise als Kritiker für die Badischen Neuesten Nachrichten unterwegs und als Gymnasiallehrer tätig, gehörte seit fünf Jahren zur Musikredaktion des in Baden-Baden ansässigen Südwestrundfunks (SWR) und nun, Ende 1972, beflügelte ihn der Wunsch, ein dreizehnköpfiges Ensemble zu dirigieren, das aus Streichern des SWR-Sinfonieorchesters bestand. Reichert wandte sich an den Konzertmeister, bot als Gegenleistung einen Auftritt in Karlsruhe an: „Der Vorschlag war verrückt, tollkühn, ich muss nicht recht bei Sinnen gewesen sein“, schrieb der Musiker später rückblickend.

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Reichert Nachruf

Manfred Reichert

Wir wussten, dass er todkrank krank war, wir sind dankbar, dass wir seine Erinnerungen, sein Vermächtnis, seine Leidenschaft und seinen Kampf um die Neue Musik herausgeben durften - wir sind sehr sehr traurig, dass er heute verstorben ist:

Manfred Reichert

Dirigent, Festivalgestalter, Universitätsprofessor, Gestalt - und Traumtherapeut, Bildermaler

Er schaute zurück auf fünfeinhalb Jahrzehnte zwischen 1961, Abitur und Studienbeginn und der Gegenwart 2017. Von 1967 bis 1983 Musikredakteur beim Südwestfunk Baden - Baden, von 1973 bis 2007 Dirigent des von ihm gegründeten Ensemble 13 von 1981- 2017 Künstlerischer Leiter des ebenfalls von ihm gegründeten Karlsruher Festivals Wintermusik und Musik auf dem 49 ,' 1983 bis 1988 künstlerischer Leiter des städtischen Teils der Europäischen Kulturtage Karlsruhe

Ideengeber, von 1985-1987 Leiter der ersten Projektgruppe des ZKM, Karlsruhe, 1995- 2007 Professor für Neue Musik an der Johannes Gutenberg Universität Mainz Seit 2000 Gestalt und Traumtherapeut , seit 2012 Maler .

(Manfred Reichert : Fremder Ort Heimat. Manfred Reichert und das Ensemble 13.

Eine Spurensuche.

Berlin 2918, 268 Seiten, mit Fotos,softcover 23.50 ISBN 978-3-945610-41-1)

Leipziger Büchermesse in stürmischen Zeiten

Einer medialen Flurbereinigung – dem Ausschluss „rechter Verlage“ hatte der Direktor der Leipziger Büchermesse ruhig und besonnen widerstanden und auf die  Präsentation aller Verlage und den offenen Zugang aller zu allen Angeboten bestanden. Ein Motto, den die Bibliotheken mit Open Access seit Jahren verfolgen und der auch die Vorstellung des Buches von Marianna Tax Choldin. Der Garten der zerbrochenen Statuen beherrschte. Auf den Spuren der Zensur in Russland, vorgestellt von den beiden Übersetzerinnen im Zwiegespräch landete bei deiner Debatte über Zensur mit den in Halle 4, A, 105 versammelten Bibliothekaren, die ihr Leben lang für den freien Zugang ihrer Nutzer zu Informationen gekämpft haben und heute noch kämpfen. Der Kampf der Bibliothekare um die Anerkennung ihrer Arbeit bestimmte auch Helga Schwarz Das Deutsche Bibliotheksinstitut  im Spannungsfeld zwischen Auftrag und politischem  Interesse, deren Autorin durch das Wetter an ihrem Auftritt  verhindert war; Fachforum 1 Halle 5 E500  Dieser Wintereinbruch  hatte auch der Messe zugesetzt, von einem eisigen Empfang am Hauptbahnhof und der Messe Leipzig mit gefährlich glatten Eingangsbereich, bibbernden Warten auf die Straßenbahn  mit einem wasserdurchlässigen  Glasdach (Hybris der Architekten?).

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Hespos imd A.Simon zum Geburtstag

80 Jahre und kein bisschen weise- wir gratulieren zum Geburtstag unseren Autoren

Hans Joachim Hespos geboren am 13.3. 2018 und Artur Simon,  geboren am 6.5. 1938  verschieden und doch in einem gemeinsam, in ihrer unverbrüchlichen Liebe zur Musik

… Immer wieder neu Anders nennt Hespos sein musikalisches Schaffen, das ihn immer wieder auf neue Wege schickt, neue Formen, neue Instrumente. Was ist die Wirkung von Musik? Sie trifft und braucht keine  Vermittlung (nmz März 2018:4)

Dem würde Artur Simon zustimmen, der sein Leben lang der Musik unmittelbar ausgesetzt war, in fremden Kulturkreisen: Afrika, Indonesien, Neuguinea und doch diesen Musiken  immer auf der Spur. Sie führte  zu der Begegnung mit Dahab dem musikalischen Genie der Nubier und oft  zu der Seele von Gemeinschaften,  die aus dieser Musik lebten und  die wir ohne diese Musik nicht kennen würden.