Der Kulturzerstörer Ein Held unserer Zeit
Die 2. überarbeitete Auflage
2014
275 Seiten
softcover
ISBN 978 -3-940862-75-4
22,00
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Eine Kultursatire – die zunehmend an Realität gewinnt. Die staatliche Förderungspraxis von Schulen, Ausbildungen, Universitäten und Bibliotheken wird einer schonungslosen Analyse ausgesetzt. Paradoxe Anweisungen und Managementmethoden zerstören oft mehr als sie fördern und dienen mehr der eigenen Eitelkeit als der Einrichtung. Eine Kampfschrift gegen behördlichen und privaten Narzissmus und Egozentrik.

Rezensionen

Rainer Strzolka: Handbuch der Kulturzerstörung: zehn Gebote, wie man eine funktionierende Kultureinrichtung gegen die Wand fährt oder: Wie man aus einer Bibliothek eine Wüstenei macht. – Berlin: Simon Verlag für Bibliothekswissen, 2010. – 359 S. – ISBN 978-3-940862-17-4 – Kart. - € 28,50

In dem in zwei Teile gegliedertem Buch geht der Autor hart und pointiert mit den aktuellen Entwicklungen in der Bildung sowie Kultureinrichtungen im Allgemeinen und Bibliotheken im Speziellen ins Gericht.Er legt nicht nur den Finger in die Wunde, sondern formuliert mit viel unterschwelliger Ironie und Humor im zweiten Teil auch Zehn Gebote, die in der Wirklichkeit wohl besser vermieden werden sollten, falls man sich ein Überleben der eigenen Einrichtung wünscht.

Wer mit viel Kritik zur Selbstreflexion leben kann und Lust auf harte Positionen zum Kulturbetrieb in Deutschland hat, dem sei dieses Buch überaus empfohlen. Das Buch liest sich nicht nur kurzweilig, sondern der Autor verzichtet in weiten Teilen auch auf die Wiederholung bekannter Kritik. Er wird vielmehr selbst kreativ und wirft ein Schlaglicht auf manchen Irrsinn des Bibliotheksalltags. Strzolka bietet Reibu8ngspotenzial und erzeu8gt so hoffentlich Hitze an manchen Orten, bevor dort die Heizung für immer kalt bleibt.

Zielpublikum: Interessierte der Kultur-,Informations- und Medienwissenschaft.

Ronald Kaiser, 05.09.2012

Infonomy Blog – http://blog.ronald-kaiser.com

 


 

Selbstverständlich ist dieser Text polemisch gemeint: „Er klagt nicht. Er ermuntert, das große Zerstörungswerk, welches unsere Politiker begonnen haben, zu perfektionieren und in den Alltag der eigenen Existenz hineinzutragen“ (S. 13). Der Autor, Fachbuchautor, Kulturjournalist und Photograph, gibt seiner Trauer über die offensichtliche Kulturzerstörung, gibt seinen laufenden Verlusterfahrungen sarkastischen Ausdruck, der das verdeutlicht, was Bibliotheksverbände und Kulturorganisationen seit Jahren analytisch beschreiben, ohne den offensichtlichen oder drohenden Schaden wirklich abzuwenden. In aus ca. 90 kurzen aufeinander aufbauenden, durch eigene Fotografien illustrierten Kurztexten beschreibt er „Kultur-Ruin als erfolgreiches politisches Prinzip“ und entlarvt dabei nicht nur politische Rethoriken, sondern entdeckt auch „Digitalisierung“ als „zentrales Kriterium für Selbstauflösung“ (S. 59): „Die Digitale Revolution ist politisch gewollt. Sie ermöglicht eine fast vollständige Kontrolle über das Individuum, und sie vernichtet historisches Wissen […]. Digitalisierung ermöglicht Zensur in einem bislang vollkommen unbekannten Ausmaß“ (S. 63). Strzolka entlarvt gängige Sprachgebräuche wie vom Bibliotheksnutzer als „Kunden“: „Kunden müssen zahlen. Die Sprachregelung, Bibliotheksgäste als Kunden zu behandeln, ist angeordnetes Ziel unserer Politiker“ (S. 188). Er entwickelt eine weite Perspektive, in der Kultur-, Bildungs-, und Hochschulpolitik exemplarisch für den Zustand der deutschen Gesellschaft erscheinen: „Vielfach wird heute mehr Wert darauf gelegt, das Image eines Produktes zu verbessern, als seine Qualität. […] Qualität ist sekundär, stylishness primär“ (S. 131). Man vermisst nur einen Hinweis auf das im Verwaltungsdenken immer stärker grassierende, möglicherweise auf einen Primitivmarxismus zurückgehende Denken von Quantitäten als Qualitäten, bei dem Stachanov und Hennecke grüßen, denken wir nur an bibliometrische Verfahren zur Messung wissenschaftlicher „Leistung“. Im zweiten Teil (S. 199-346) bietet Strzolka eine „Handreichung“ zur „Praxis der Kulturzerstörung […] unter besonderer Berücksichtigung des Bibliotheksruins“ in „zehn Geboten“ von der Ruinierung von Umfeld und Gebäude, Personalabbau und falscher Mitarbeiterführung über die „Bestandsoptimierung“ bis zu „Vergotte die Technik!“ und fasst so pointiert die Erfahrungen zusammen, die Bibliothekarinnen und Bibliothekare immer wieder machen. Er zeigt aber auch das Zusammenspiel von sich auf „Sachzwänge“ zurückziehender Politik, die zwar dem Tierschutz (Grundgesetz § 20a), aber nicht dem Kulturstaatsgebot Verfassungsrang zubilligt, und bibliothekarischer Modernisierungsanpassung.

„Bibliotheken sind wunderbare Orte“, lautet das Credo des Autors, und sie sind wichtig für den Fortbestand der freiheitlichen Demokratie. Seine aus Trauer und Sorge mit Sarkasmus geschriebene Polemik weist auf eingetretene Verluste und Gefahrstellen. Strzolkas „Handbuch“ ist eine Aufforderung zu Vorsicht und Wachsamkeit – und zu einer offensiven Standortbestimmung von „Bibliothek“ in einer sich digitalisierenden – und damit sich in die Gefahr der Entmündigung begebenden Gesellschaft: Eine Pflichtlektüre für Modernisierungsanpasser und ihre Gegner – und ein geeignetes Geschenk für Kulturpolitiker.

W.K.

In Bibliothek und Medien, Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung , Nr.1, 32 (2012)

 


 

"Die Rezensionen zu der ersten Auflage "Das Handbuch der Kulturzerstörung oder wie man aus einer Bibliothek eine Wüstenei macht"

Aktuelles

Jahresendzeit !!! Unseren Kunden und Freunden

So nannte eine vergangene Regierung die Dezember- Endtage. Ob End-, Advents- oder Weihnachtszeit: wir wünschen allen unseren Freunden und Kunden eine gute Zeit, besinnlich, ohne Stress und mit Dank für alle Treue, die Sie uns bewiesen haben.

Deshalb hier für diese Zeit einige Zeilen unseres Autors: Reinhold Grothe:

Wie lernt man seinen Nächsten lieben? Indem man anfängt, ihn wahrzunehmen.

Was wären die Menschen ohne ihre Schlupflöcher. Versperre sie ihnen nicht.

Sich einzulassen heißt immer auch, sich auszusetzen

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Hat der einzelne subjektive Komponist noch eine Zukunft? – über das Berliner Oaarwurm Festival 2018 für komponierte Musik

Es passt in die gegenwärtig aufgeregte Digitalisierungsdebatte, dass  Oaarwurm 4.0 sein Festival mit der Frage begann Komponieren analog oder digital ? und dazu 5 Experten eingeladen hatten, die sich  in einem R.T. dieser Frage stellten (moderiert von A-.O. Simon) Allen Teilnehmern: Frau Dr. Gisela Nauck Chefredakteurin der Fachzeitschrift Positionen, Michael Quell, Komponist und Hochschullehrer, Dr. Roland Jerzweski, Literaturwissenschaftler und Europa Experte. Dr. Gerhard Koch, Journalist, FAZ und Professor Dr. Rolf Großmann, Universität Lüneburg, FB Digitale Medien und Auditive Gestaltung waren einige Punkte zu Gestaltung des Gespräches vorher  zu gegangen. Außerdem hatten sie die Erinnerungen des Manfred Reichert: Fremder Ort Heimat, Berlin 2018 erhalten. Dieses Buch ist mehr eine Geschichte der Rezeption von Neuer Musik als eine persönliche Lebenserinnerung, weil sich in den zahlreichen hier veröffentlichten Rezension der Konzerte von M. Reichert die Rezeption Neuer Musik spiegelt, deren Anfänge Reichert in ersten Konzerten dem deutschen Publikum näher gebracht hatte.

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Gezügelte Leidenschaft Das Neo- Quartet Danzig auf dem Festival Oaarwurm 4.0 in Berlin

Ich kann natürlich keinen genauen Vergleich ziehen,  aber im Laufe  meiner Rezensionstätigkeit Neuer Musik für den Verlag Simon-BW war das Konzert des Neos Quartett vom 30.8 in der Brotfabrik Weissensee schlicht eine Offenbarung.  Komponieren – analog oder digital , hat der einzelne Komponist noch eine Zukunft?  fragte der R.T. b ei der Eröffnungsveranstaltung im Kulturhaus Friedrichshain. Die Diskussion lief auf die Frage zu, was Musik bewirkt. Der Einsatz technischer Mittel, so meisterhaft beherrscht von den digital natives, wie sie Gisela Nauck nannte, wurde auf seine  Möglichkeit, geprüft, Menschen zu berühren .

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OaarWurm Festival 2018

Das OaarWurm Festival 4.0 für komponierte Musik vom 24.-25.8. und vom 30. August bis 2. September 2018 im Kulturhaus Alte Feuerwache, Berlin Friedrichshain, Brotfabrik Weißensee und Hartmannsdorf bei Berlin.

Es gilt als ein Festival des Austauschs und der Kommunikation. Es sieht sich als ein primäres Medium für die von Berliner Komponisten präsentierten neuen Arbeiten, die dem genuinen und ganz eigenen Lebensgefühl dieser Stadt in ihren Werken auf der Spur sind, und die hier zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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Die andere Bibliothek

BRIEF AN EINE ALTBEKANNTE von Richard David Lankes – als Vorbereitung für den Bibliothekartag Juni 2018 in Berlin und für die Zukunft

Liebe Bibi,

Du bist nicht die einzige Bibliothekarin, die sich Sorgen um die Zukunft der Bibliotheken macht. Entweder bekommt man gesagt, Büchereien seien altmodisch oder überflüssig geworden, oder man hört, dass Bibliotheken in Zukunft eher als eine Art Stadtteilzentrum fungieren sollen, eher Erlebnisse als Lesefähigkeit und Bildung vermitteln sollten. Du fragst Dich, warum wir eigentlich ein neues Bibliothekswesen benötigen, das die Rolle der Büchereinen - und Deine eigene - in einer modernen und diversen urbanen Gesellschaft neu denkt.

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